Alte Pferde richtig füttern

Alte Pferde füttern - welches Futter für mein altes Pferd?

Bei den Pferden ist es wie bei uns Menschen auch – manchen sieht man das Alter überhaupt nicht an und sind mit 20 Jahren noch topfit und manche zeigen schon im mittleren Alter deutliche Alterungserscheinungen. Generell kann man sagen, dass das Pferd ungefähr dreimal so schnell altert wie der Mensch. Maßgeblichen Einfluss darauf haben Haltung, Pflege, sportliche Nutzung, Bewegung, chronische Erkrankungen und die Fütterung. Der Alterungsprozess lässt sich in gewisser Weise verlangsamen, aber nicht aufhalten. Die Lebenserwartung von Pferden liegt durchschnittlich zwischen 25 und 30 Jahren und ist auch abhängig von der Rasse und der genetischen Disposition. Ponys und Kleinpferde werden generell älter als z.B. große Pferderassen oder Warmblüter.

 Alte Pferde füttern

 

Ab wann ist ein Pferd alt?

Doch was passiert eigentlich, wenn ein Organismus altert? Auf zellulärer Ebene setzt der Alterungsprozess schon deutlich früher ein (beim Pferd ungefähr ab dem 16. Lebensjahr) noch bevor äußere Anzeichen sichtbar werden. Es gibt zwei verschiedene Ursachen, die für den Alterungsprozess und letztendlich für den Zelltod verantwortlich sind. Das sind einmal die freien Radikale, die bei der Verstoffwechselung von Nahrung entstehen. Das sind Moleküle, denen ein Elektron fehlt. Dieses fehlende Elektron versuchen sie von anderen Molekülen zu „stehlen“, was bei diesen wiederum dazu führt, dass auch sie dann ein ungepaartes Elektron haben, was es auszugleichen gilt – eine Kettenreaktion setzt sich in Gang…. Dadurch entsteht der sogenannte „oxidative Stress“, welcher das Immunsystem belastet und die Entstehung von Krankheiten begünstigen kann. Ein weiterer Faktor im Alterungsprozess sind die Telomere. Telomere sind die Chromosomenenden, die für die Zellteilung wichtig sind. Da die Telomere bei der Zellteilung nicht mitkopiert werden, verkürzen sie sich ständig bis sie eine gewisse Minimallänge erreicht haben und sich die Zelle nicht mehr teilen kann, was zum Zelltod führt.

 

Altes Pferd: Äußerliche Anzeichen

Äußerlich zeigen sich Alterserscheinungen durch eine Abnahme der Muskulatur, Ergrauen des Fells, Bewegungseinschränkungen, Abnahme der Leistungsfähigkeit evtl. Zahnverluste, Probleme beim Fellwechsel, Verdauungsbeschwerden oder eine erhöhte Anfälligkeit gegenüber Erkrankungen sowie ein längerer Genesungsprozess. Die Verdauungsleistung verringert sich im Alter durch eine herabgesetzte Produktion von Verdauungsenzymen und einer Abnahme der Darmperistaltik, was dazu führt, dass die aufgenommen Nährstoffe aus der Nahrung nicht mehr richtig verwertet werden können.
Auch die Eigensynthese von B-Vitaminen und Vitamin C ist oftmals aufgrund von Verdauungsproblemen vermindert.
Gleichzeitig besteht aufgrund des fortschreitenden Alters ein erhöhter täglicher Bedarf an vielen Spurenelementen, Mineralien, Vitaminen, essentiellen Fettsäuren und Aminosäuren. Hier entsteht schnell eine Mangelsituation, was sich massiv auf die Leistungsfähigkeit, die Gesundheit und das Wohlbefinden des Pferdes auswirken kann. Auch die Leistungsfähigkeit der Entgiftungsorgane Leber und Niere lässt im Alter nach, was sich bei den Pferdesenioren oftmals in angelaufenen Beinen zeigt. Hier gilt es die Leber gezielt durch bestimmte Nährstoffe, wie z.B. Lecithin, Bentonite und B-Vitamine zu unterstützen.
Auch das Gebiss der Pferde verändert sich im Alter. Die Kauflächen der Backenzähne nutzen sich immer mehr ab und die Schneidezähne stehen in einem steileren Winkel zueinander. Die Zähne sind oft instabil und brechen sehr leicht. Zahnverluste oder Zahnproblem führen dazu, dass die faserhaltige Nahrung nicht mehr ausreichend gekaut werden kann, was wiederum die Ursache für Verdauungsprobleme und Gewichtsverluste sein kann. Regelmäßige Zahnkontrollen beim Senior sind daher dringend anzuraten.

 

Altes Pferd: was gilt es bei der Fütterung zu beachten?

Unsere Pferdesenioren haben aufgrund langsamer werdender Stoffwechselprozesse und durch weniger Bewegung einen geringeren Energiebedarf. Gleichzeitig steigt der Eiweißbedarf um ca. 10-20% an, der Bedarf an Vitamin A und E sowie Zink und Selen verdoppelt sich, ebenso erhöht sich der Bedarf an B-Vitaminen und Vitamin C. Die Rationen sollten hochverdaulich und von hygienisch einwandfreier Qualität sein. Können die Pferde ihr Raufutter nicht mehr richtig kauen und in ausreichenden Mengen aufnehmen, gilt es rechtzeitig auf Heuersatzprodukte wie z.B. eingeweichte Heucobs oder Luzernecobs auszuweichen, um Gewichtsverluste und Muskelabbau vorzubeugen. Ebenso kann anstatt ganzem Hafer als Krippenfutter Haferflocken und auch Mash gefüttert werden. Über den Tag verteilt sollten mehrere kleine Portionen gefüttert werden, was die Verdauung entlastet und die Nährstoffverwertung optimieren kann. Immens wichtig ist die ausreichende Versorgung mit allen lebensnotwendigen Mineralstoffen, Vitaminen und Spurenelementen in einer hochverfügbaren Form, um einem Vitamin- und Nährstoffmangel vorzubeugen. ATCOM SENIOR-VITAL sichert diesen Grundbedarf des älter werdenden Pferdes zuverlässig und in bewährter Rezeptur ab. Gleichzeitig enthält das Produkt Nährstoffe zur gezielten Unterstützung von Verdauung, Haut, Hufe, Leber, Immunität und Stoffwechsel. Organisch gebundene Spurenelemente gewährleisten eine bestmögliche Aufnahme im Körper.

Senior Vital ATCOM

Anti-Aging-Programm für Pferde

Zum „Anti-Aging-Programm“ für unsere Pferde gehört also:

  • - eine angepasste Grundfütterung
  • - eine umfassende und dem Alter angepasste Versorgung mit lebenswichtigen Mineralstoffen, Vitaminen und Spurenelementen
  • - artgerechte Haltung mit viel Aufenthalt an der frischen Luft mit Bewegungsanreizen
  • - stressfreie Haltung und die Möglichkeit zur ungestörten Futteraufnahme
  • - trockene und vor Zugluft geschützte Unterstände
  • - angepasste Bewegung

 

Durch diese Maßnahmen und ein extra Plus an Fürsorge und Pflege können wir unserem älter werdenden Pferd ein angenehmes Pferdeleben bescheren und noch viele schöne und unvergessliche Stunden mit ihm verbringen.

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