Weidestart: Angst vor Hufrehe

Weidestart: Angst vor Hufrehe

Anweiden: Angst vor Hufrehe

 

Die Hufrehe – eine Schockdiagnose für Pferdebesitzer und eine für das Pferd extrem schmerzhafte Erkrankung. Gerade im Frühjahr, beim Anweiden kann es bei manchen Pferden durch die Umstellung auf das Weidegras zu einer Hufrehe kommen, insbesondere dann, wenn zu schnell angeweidet wird. Allerdings gibt es für Hufrehe beim Pferd noch viele weiteren Ursachen. 
Die tierärztliche Behandlung richtet sich danach, Symptome zu lindern und dem Pferd einigermaßen den Schmerz zu nehmen. Wichtig dabei ist natürlich die Ursache zu finden, um weitere Hufreheschübe zu vermeiden.

 
Was passiert bei Hufrehe?

Die Hufrehe ist eine aseptische, also nicht infektiöse Entzündung der Huflederhaut. Diese entsteht durch eine gestörte Mikrozirkulation des Blutes in der Huflederhaut, was eine Entzündung auslöst und die sonst stabile Verbindung aus Hufbein, Hornkapsel und Lederhaut labil macht, was dazu führen kann, dass aufgrund des Pferdegewichtes, das Hufbein absinken und/oder rotieren kann und im schlimmsten Falle durch die Hufsohle durchbricht.  Meistens sind die Vorderhufe erkrankt, es gibt aber auch Fälle, wo alle vier Hufe betroffen sind. Symptome einer akuten Hufrehe sind ein steifer und zögerlicher Gang, eine abwechselnde Be- und Entlastung der betroffenen Gliedmaßen, weit vorgestreckte Vorderbeine bei gleichzeitig weit unter den Körperschwerpunkt geschobenen Hinterbeinen, eine spürbare Pulsation der Mittelfußarterie sowie aufgrund von großen Schmerzen Schwitzen, gesteigerte Puls- und Atemfrequenz bis hin zu einer erhöhten Körpertemperatur. Wichtig ist es vor allem die Ursache für die Hufrehe herauszufinden. Dabei ist eine Überprüfung und Anpassung der Fütterung in vielen Fällen unerlässlich.  

 

Ursachen für Hufrehe beim Pferd

Für die Hufrehe gibt es eine Vielzahl von Ursachen. Deshalb nachfolgend eine Aufzählung möglicher Ursachen:

 

  • Medikamentenrehe: hier stehen vor allem cortisonhaltige Präparate im Verdacht

  • Geburtsrehe: verbleiben nach der Geburt Teile der Nachgeburt in der Gebärmutter kommt es dort zu einer bakteriellen Zersetzung mit Freiwerden von Toxinen, die über die Blutbahn aufgenommen werden und so in den Organismus gelangen und eine Rehe auslösen können

  • Belastungsrehe: entsteht durch Überbelastung des Hufes entweder durch zu langes Laufen in forcierter Gangart auf zu harten Untergründen oder durch vermehrte Belastung durch Schonhaltung aufgrund einer Verletzung an anderen Gliedmaßen

  • Vergiftungsrehe: kann durch Aufnahme von giftigen Pflanzen(teilen) oder durch verschimmeltes Futter entstehen. Aber auch nach der Gabe von Wurmkuren kann es zur Rehe kommen, wenn z.B. ein massiver Wurmbefall vorlag und eine Vielzahl von Parasiten im Organismus des Pferdes abstirbt. Durch das Absterben entstehen Endotoxine, die eine Rehe auslösen können

  • Futterrehe: durch einen zu raschen Futterwechsel kommt es zu einem Absterben von Teilen der Darmflora bei gleichzeitiger Vermehrung anderer Darmbakterien, um sich auf das neue Nahrungsangebot anzupassen. Durch das Absterben gelangt eine Masse an Endotoxinen in den Organismus des Pferdes, welches eine Hufrehe auslösen kann. Das Gleiche passiert auch bei einer zu großen Menge an stärkehaltigen Rationen. Auch in diesem Fall gelangt ein Teil der unverdauten Stärke in den Dickdarm und es kommt dort ebenfalls zu einer Umschichtung der Darmflora (Dysbiose).
    Vorbeugend ist deshalb zu beachten: Die Anpassung der Darmflora auf ein neues Nahrungsangebot entspricht der natürlichen Verdauungsphysiologie des Pferdes – wichtig ist nur, dass jeder Futterwechsel und auch das Anweiden sehr behutsam und langsam durchgeführt werden, damit es zu keiner der zuvor beschriebenen Problematiken kommt.

  • Primärerkrankungen und Stoffwechselbesonderheiten wie z.B. EMS (Equines Metabolisches Syndrom) mit einhergehender Insulinresistenz oder ECS (Equines Cushing Syndrom)

Das Equine Metabolische Syndrom ist eine Stoffwechselentgleisung, welche aufgrund von Übergewicht und der daraus resultierenden hormonellen Aktivität der Fettdepots entsteht. Durch diese hormonelle Aktivität kommt es zu latenten Entzündungen, einem ständigen Hungergefühl bis hin zur Insulinresistenz. Bei der Insulinresistenz haben die Zellen zum großen Teil die Fähigkeit verloren auf Insulin zu reagieren, was zu einem dauerhaft erhöhten Insulinspiegel führt und dieser erhöhten Insulinspiegel kann eine Hufrehe verursachen.

 

Bei ECS, dem Equinen Cushing Syndrom liegt eine Störung der Hormonproduktion in der Hypophyse vor, was zu einer dauerhaft hohen Produktion des Stresshormons ACTH führt. Die betroffenen Pferde benötigen ein entsprechendes Medikament (Wirkstoff: Pergolid), damit der ACTH-Wert in einen physiologischen Bereich eingestellt werden kann. Auch ECS kann eine insulinresistente Stoffwechsellage verursachen.

 

Hufrehe durch EMS oder ECS - was ist wichtig?

Bei einer Insulinresistenz liegt der Schlüssel zum Erfolg zur Vermeidung eines erneuten Reheschubes vor allem in der Ernährung. Einer der Hauptursachen ist Übergewicht und ein daraus resultierender entgleister Stoffwechsel, der zur vermehrten Empfindlichkeit der Hufe führen kann. Oberstes Gebot ist hier die Vermeidung von Übergewicht, bzw. übergewichtige Pferde LANGSAM auf ein vernünftiges Maß abzuspecken. Oft ist hier eine lebenslange Diätetik notwendig um erneuten Stoffwechselentgleisungen und damit dem Teufelskreis Hufrehe entgegenzuwirken.
Dies betrifft vor allem die Reduktion von Stärke und Zucker in der täglichen Fütterung auf einen Gehalt von unter 10%!
Getreidehaltige Kraftfutterrationen sollten durch Rationen mit einem niedrigen glykämischen Index, wie z.B. unmelassierte Rübenschnitzel ersetzt werden. Weidegang ist aufgrund des oft erhöhten Zuckergehalts im Weidegras nur sehr reduziert bzw. gar nicht mehr möglich.
Melasse, Getreidebestandteile und Traubenzucker sollten komplett gemieden werden – ebenso Leckerlis jeglicher Art, sowie Karotten und Äpfel. Nicht zu vernachlässigen ist auch der Energiegehalt des Raufutters. Es sollte nur Heu mit einem niedrigen Zuckergehalt von unter 10% in bedarfsgerechten Mengen zum Einsatz kommen. Dabei gilt als Richtlinie 1,5% des Körpergewichtes oder 2% des Idealgewichtes des Pferdes als Tagesration Heu verteilt auf mehrere Mahlzeiten. Um die Fressdauer zu verlängern, empfiehlt es sich, das Heu aus engmaschigen Heunetzen anzubieten. Ergänzend zu diesen Rationen ist auf eine ausreichende Versorgung mit allen notwendigen Aminosäuren, Vitaminen, Mineralstoffen und Spurenelementen durch ein geeignetes Mineralfutter zu achten.

REHE-VITAL ATCOM
Wichtig bei Hufrehe: die passende Fütterung

Für diesen Einsatz wurde ATCOM REHE-VITAL entwickelt und hat sich seit vielen Jahren bewährt. Da bei stoffwechselempfindlichen Pferden oftmals auch eine Belastung des Darms zu beobachten ist, sollte auf eine ausreichende Versorgung mit Vitamin C und Vitaminen des B-Komplexes geachtet werden, da die körpereigene Synthese durch die reduzierte Darmfunktion eingeschränkt ist. Auch besteht bei diesen Pferden ein Mehrbedarf an Zink. Zink ist ein unerlässliches Spurenelement für die Immunität und kann das physiologische Wachstum des Hufhorns unterstützen. Ebenso wichtig für Hufwachstum (und auch Muskulatur) sind schwefelhaltige essentielle Aminosäuren, welche in ATCOM REHE-VITAL zum Einsatz kommen. Eine hohe Versorgung mit Vitamin E und Selen leisten einen aktiven Beitrag zum Zellschutz durch deren antioxidative Wirkung. Darüber hinaus ist bei diesen Pferden der Magnesiumbedarf erhöht. Dieser Mineralstoff ist wichtig für die Durchlässigkeit der Zellmembran sowie für zahlreiche Enzymfunkionen. ATCOM REHE-VITAL bietet eine komplette Versorgung in Premiumqualität für die speziellen Bedürfnisse rehe- und stoffwechselempfindlicher Pferde.

 

Ist das Pferd am Equinen Cushing Syndrom erkrankt, steht ATCOM ECS-VITAL als hochwertige Ergänzung der Ration mit zahlreichen Vitalstoffen zu Verfügung. Da Pferde die an ECS erkranken, meist älter sind, ist neben der Reheempfindlichkeit, der Bedarf des älteren Pferdes mitberücksichtigt worden.

 

Durch eine konsequente Einhaltung der Diätetik, in Kombination mit einem angepassten Bewegungsprogramm sowie einer sorgfältigen und gewissenhaften Hufbearbeitung lässt sich also einem erneuten Reheschub vorbeugen und den Pferden noch ein hohes Maß an Lebensqualität zurückgeben.

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