Atemwege

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Für starke Atemwege

Das A und O für die Gesunderhaltung der Atmungsorgane des Pferdes ist ein gutes Stallklima, genügend Frischluft, ausreichend Licht, viel Bewegung, eine möglichst staubfreie Haltung sowie eine bedarfsgerechte und problemorientierte Fütterung mit Mineralfutter und speziellen Ergänzungsfuttermitteln, um Mangelerscheinungen zu vermeiden und Problemen vorzubeugen bzw. bei Problemen zu unterstützen.

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Atemwege des Pferdes

Das Atmungssystem (Systema respiratorium) des Pferdes ist aus Nase, Rachenraum, Kehlkopf, Luftröhre  und der Lunge aufgebaut. Bei der Atmung wird Sauerstoff aufgenommen und in die Zelle transportiert. Bei der Verbrennung von Nährstoffen in der Zelle wird Sauerstoff zu Wasser reduziert. Bei diesem Prozess entsteht Kohlendioxid, was wiederum ausgeschieden wird, es findet also ein Gasaustausch statt.

Während des Ruhezustandes atmet das Pferd ca. 8- bis 16-mal pro Minute, wobei das Atemzugsvolumen bei 4 bis 5 l liegt. Atemorgane (Lunge) und das Kreislaufsystem arbeiten eng zusammen, um die wichtigste Aufgabe zu erfüllen, nämlich alle Zellen im Organismus mit Sauerstoff zu versorgen und gleichzeitig den Abtransport von Kohlendioxid zu sichern.

Mit der Luft treten auch Schadstoffe in die Lunge ein. Wird der Gehalt an Schadstoffen in der Lunge zu hoch, tritt ein Hustenreiz auf, um diese nach außen zu transportieren.

Bei Stallhaltung kommt es oft zu einer erheblichen Belastung mit Staub, der kleine Futterpartikel, Milben und Schimmelpilze enthalten kann, aber auch Bakterien. Ist die Aufnahme von diesen Staubpartikeln hoch, kann es zu Störungen und Erkrankungen im Atemtrakt kommen. Ebenfalls reagiert natürlich ein geschwächtes Immunsystem schneller auf solche "Staubbestandteile", genauso kann eine bestehende allergische Disposition dadurch akut werden.

Zur Förderung gesunder Atemwege ist also eine staubarme Haltung genauso wichtig wie regelmäßige Bewegung.

Bestehen bereits akute oder chronische Atemwegserkrankungen so haben sich nachfolgende Maßnahmen bewährt:

  • Verwenden Sie nur hygienisch einwandfreies Grundfutter. Schütteln Sie Heu niemals direkt vor dem Pferd auf. Wenn Sie Heu füttern, so tauchen Sie dieses vollständig in einen Wasserbehälter, damit die enthaltenen Staubpartikel nicht eingeatmet werden.
  • Die Haltung im Offenstall oder Laufstall ist ideal. Bei Stallhaltung Pferde nach draußen bringen, wenn Stallarbeiten durchgeführt werden.
  • Bei Stallhaltung für möglichst viel Frischluft sorgen, Fenster und Türen öffnen.
  • Verwenden Sie staubarme Einstreu und vermeiden Sie Stroh.
  • Verwenden Sie nur hygienisch einwandfreies Krippenfutter.
  • Krippenfutter eventuell anfeuchten oder mit Öl vermischen.
  • Achten Sie auf eine ausgewogene und vitalstoffreiche Ernährung, eine der wichtigsten Voraussetzungen für Gesunderhaltung und Vitalität.
  • Vermeiden Sie durch regelmäßige Stallhygiene die Belastung mit Ammoniak.

 

Was kann man von Seiten der Ernährung zum Schutz der Atemwege tun?

Essentielle Fettsäuren

Essentielle Fettsäuren können vom Körper des Pferdes nicht hergestellt werden, sondern müssen über die Ernährung ergänzt werden. Sinnvoll ist der Einsatz von Ölen und Pflanzen, die einen hohen Anteil an Omega-3 Fettsäuren enthalten. Diese haben eine immunregulative und entzündungshemmende Wirkung. Im Organismus wird durch die Gabe von Ölen mit einem hohen Anteil an Omega 3 Fettsäuren somit die Synthese von Lipiden und von speziellen Gewebshormonen wie z.B. Prostaglandin angeregt. Gerade Prostaglandin 1 hat eine entzündungshemmende Wirkung. Ein sehr bewährtes Öl mit hohen Anteil an Omega 3 Fettsäuren ist kaltgepresstes Schwarzkümmelöl. Dieses altbewährte Öl enthält zudem Substanzen die bei Allergikern die übersteigende T-Zellfunktion harmonisieren können. Die Zugabe von Schwarzkümmelöl und Schwarzkümmelsamen hat sich also nicht umsonst seit Jahren seinen guten Ruf als bewährte Unterstützung bei Atemwegsproblemen verdient.

Antioxidative Vitalstoffe

Vitamin C ist aufgrund seiner Wirkung gegen Infektionen bekannt. Vitamin C hemmt schädliche Stoffe, z.B. sogenannte freie Radikale, in ihrer schädlichen Wirkung. Vitamin C ist daher eines der wichtigsten Antioxidantien für den Körper. Ebenso kann Zink die gesamte Immunfunktion verbessern, diese Wirkung ist wissenschaftlich nachgewiesen. Diese beiden antioxidativ wirksamen Nährstoffe empfehlen sich zum Schutz der Atemwege bei Empfindlichkeiten in erhöhten Mengen zu ergänzen bzw. auf jeden Fall darauf zu achten die Bedarfsempfehlungen einzuhalten.

Propolis

Das Wort Propolis kommt aus dem griechischen und hat die Bedeutung „Wächter der Stadt“. Diese harzige Masse wird von den Bienen hergestellt und dient zum Verschließen und Abdichten des Bienenstocks. Gleichzeitig hemmt Propolis die Entwicklung von Mikroorganimen, Viren, Pilzen und Bakterien im Bienenstock und kann diese auch abtöten. Diese antivirale, antimykotische und antibiotische Wirkungsweise ist mittlerweise wissenschaftlich bewiesen und erklärt den hervorragenden Effekt von Propolis bei Atemwegsproblemen und zur Unterstützung der körpereigenen Abwehrkräfte.

Hagebutten

Hagebutten, die Früchte der Heckenrose (Rosa canina) sind reich an antioxidativen Substanzen wie natürlichem Vitamin C, Fruchtsäuren, Galactolipiden, Pektin und Lycopin. Kein Wunder, dass diese Früchte seit jeher bei einer Vielzahl von gesundheitlichen Problemen eingesetzt werden.

Traubenkerne

Traubenkerne zeichnen sich durch ihre starke antioxidative Aktivität und entzündungshemmende Kraft aus, die hauptsächlich begründet ist durch den hohen Anteil an oligomeren Proanthocyanidinen (OPC). Traubenkerne sind somit ein sinnvoller Zusatz für eine ausgewogene und immunsystemschützende Ernährung.


Kräuter - unumstritten bewährt bei Atemwegsproblemen

Nachfolgend einige sehr bewährte Kräuter zur Unterstützung bei Atemwegsproblemen:

Eibisch (Althaea officinalis)

Der Eibisch enthält Schleimstoffe, welche entzündungshemmende Eigenschaften aufzeigen. Bei Husten werden sowohl zur Unterstützung der Schleimlösung als auch zur Reizlinderung Blätter und Wurzeln des Eibisch verabreicht.

Isländisch Moos

Diese Flechte enthält bis zu 70% Schleimstoffe, welche entzündete Schleimhäute in Mund, Rachen, Magen und Darm umhüllen und beruhigen sowie reizlindernd wirken. Die Bitterstoffe haben zusätzlich eine entzündungshemmende Wirkung. Isländisch Moos enthält außerdem bittere Flechtensäuren, Jod und verschiedene Vitamine.

Pfefferminze (Mentha piperita)

Pfefferminze wirkt schleimlösend bei Husten und Bronchitis.

Süßholz (Glycyrrhiza glabra)

Bei Atemwegserkrankungen wirkt Süßholz reizlindernd und schleimlösend.

Eukalyptus (Eucalyptus globulus)

Eukalyptus enthält Gerbstoffe, ätherischen Öle und Harze, die besonders auf die Atmungsorgane und die oberen Luftwege wirken. Eukalyptus ist eine alt altbewährte Heilpflanze und hilft bei Fieber, Asthma, Bronchitis und Stirnhöhlenentzündung.

Fenchel (Foeniculum vulgare)

Fenchel wirkt auswurffördernd bei Husten und Bronchitis. Außerdem enthält Fenchel Flavonoide und Antioxidantien, die gefährliche freie Radikale abfangen können.

Thymian (Thymus vulgaris)

Thymian ist ideal geeignet bei Atemwegsentzündungen, da er eine schleimlösende und keimtötende Wirkung hat.

 

Zusammenfassend bleibt festzuhalten, dass es absolut sinnvoll ist durch eine gezielte Gabe von Heilkräutern, sekundären Pflanzeninhaltstoffen und speziellen Vitalstoffen die Ernährung der Pferde anzureichen, um eine unterstützende Wirkung bei Atemwegsproblemen zu erzielen und die Selbstheilungskräfte des Organismus zu fördern. Ebenso förderlich ist der vorbeugende Einsatz zum Schutz der empfindlichen Atemorgane.