Leber

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Leber (Hepar)

Schlechte Grundfutterqualitäten, die Aufnahme von Giftpflanzen und Fütterungsfehler können die Leber massiv belasten. Ein chronischer Mangel an Vitamin E kann ebenfalls zur Störung der Leber führen.
Dabei ist die Leber das zentrale Organ des Stoffwechsels die  u. a. die Nährstoffverteilung im Organismus reguliert und für die Entgiftung des Körpers zuständig ist.

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Leber (Hepar) - Dreh- und Angelpunkt des Stoffwechsels

Die Leber wird als Anhangsdrüse des Darms bezeichnet, da diese größte Drüse des Organismus, aus dem Entoderm (embryonalen Darmepithel) entsprossen ist. Die von der Leber produzierten Sekrete wirken bei der Verdauung mit und unterstützen somit funktionell den Darm.

Die Leber hat folgende Funktionen im Organismus:

  • Entgiftung von körperfremden Stoffen sowie von körpereigenen Abbauprodukten
  • Gallenproduktion
  • Beteiligt an der Regulation des Fett- und Kohlenhydratstoffwechsels
  • Speicherung von Vitaminen und Spurenelementen (Eisen, Kupfer, Zink, Mangan, Vitamin A)
  • Ab- und Aufbau von Eiweißen und die Bildung von Harnstoff und Harnsäure
  • Blutspeicherung und Beteiligung an der Wasserregulation
  • Abbau von Hormonen

Eine erhöhte Leberenzymaktivität bei Blutuntersuchungen sind heutzutage sehr häufig anzutreffen und oft ist die Ursache schwierig zu ermitteln. Generell sind ernährungsabhängige Ursachen für Leberbelastungen möglich sowie Ursachen die nicht von der Ernährung ausgelöst werden.

Mögliche Ursachen für Leberbelastungen

Schlechte Grundfutterqualitäten (Pilz - und Mykotoxinbelastung), die Aufnahme von Griftpflanzen (z.B. Jakobskreuzkraut, Herbstzeitlose etc.),  Fütterungsfehler wie Eiweißüberschüsse oder zu hoher Anteil an Kraftfutter, Übergewicht, Infektionen oder der Einsatz von Medikamenten können die Leber massiv belasten. Ein chronischer Mangel an Vitamin E kann ebenfalls zur Störung der Leber führen.
Dabei ist die Leber das zentrale Organ des Stoffwechsels, reguliert u. a. die Nährstoffverteilung im Organismus und ist für die Entgiftung des Körpers zuständig. Bereits geringe Störungen der Leber können deshalb Einschränkungen für den gesamten Stoffwechsel mit sich bringen und das Wohlbefinden und die Gesunderhaltung negativ beeinflussen. Dabei äußern sich Störungen in der Leber erst bei einem fortgeschrittenen Krankheitsgeschehen im Blutbild. Oft sind klinische Symptome wie verzögerter Fellwechsel, Leistungsdepressionen, Müdigkeit, angelaufene Hinterbeine oder Hautprobleme ernstzunehmende Hinweise auf eine eingeschränkte Leberfunktion. Ziel ist es also die Regeneration der Leber zu unterstützen. Im ersten Schritt muss deshalb die Ursache erkannt und ausschaltet werden, soweit dies unter Praxisbedingungen möglich ist.

Folgende Fragen empfehlen wir deshalb bei Leberbelastung zu klären:

1.) Bekommt das Pferd ein Medikament, welches die Leber belastet oder hat es vor kurzem ein solches erhalten?

2.) Liegt eine Darmbelastung vor?

3.) Ist der Anteil des Kraftfutters zu hoch für die Leistung des Pferdes?

4.) Werden ausreichende Mengen an Grundfutter gefüttert (mind. 1,5 % Heu bezogen auf das Körpergewicht, weniger bei Weidegang)

5.) Kann eine hygienische Belastung des Grundfutters und des Krippenfutters mit Pilzen, Mykotoxinen und Bakterien ausgeschlossen werden - lassen Sie im Zweifelsfall eine Untersuchung des Heus bzgl. der Futterhygiene durchführen. Herfür können Sie das Heu an die regionale LUFA schicken.

6.) Befinden sich Giftpflanzen im Heu oder Gras?

7.) Hat mein Pferd eine Stoffwechselstörung (EMS, ECS) oder leidet es an Übergewicht?

8.) Leidet mein Pferd an einer Infektion?

 

Zur Unterstützung des Leberstoffwechsels haben sich folgende Nährstoffe und sekundäre Pflanzeninhaltsstoffe sehr bewährt:

Silymarin der zuverlässige Leberschutz

Samen der Mariendistel (Silybum marianum) schützen durch den enthaltenen Wirkstoffkomplex Silymarin Leberzellen vor Zellgiften. Silymarin hat somit hepatoprotektive Eigenschaften und kann selbst bei starker Schädigung Leberzellen bei der Regeneration helfen.

Artischocke

Artischocke (Cynara scolymus) enthält leberunterstützende Substanzen (u.a. Cynarin), die seit jeher zur Unterstützung der Leber und des Verdauungssystems erfolgreich eingesetzt werden.

DL-Methionin

ist eine essentielle Aminosäure (schwefelhaltig), die im Körper nicht hergestellt werden kann. Methionin kann die Ausscheidung von Schwermetallen fördern und hilft so bei der Entgiftung. Desweiteren kann Methionin als lipotrope Substanz Entzündungen der Leber, die durch Medikamente entstehen können, positiv beeinflussen.

Bierhefe, Leinsamen und Luzerne

liefern auf natürliche Weise essentielle Aminosäuren und können somit die hohe Regenerationskapazität der Leber fördern

Lecithin, Carnitin und Cholinchlorid

spielen eine wichtige Rolle bei der Entgiftung der Leber und der Ausscheidung von Giftstoffen sowie körperfremder Substanzen und bieten somit Schutz vor Giftstoffen.

Vitamin B12

ist häufig in geringen Gehalten im Futter enthalten und wird in der Leber gespeichert. Die Leber produziert wichtige Blutproteine, die für die Funktion und auch den Transport dieses Vitamins essentiell ist. Bei Leberstörungen kann der Vitamin B12-Gehalt  deshalb reduziert sein. Eine Ergänzung ist somit empfehlenswert.

B-Vitamine
Bei Störungen des Darms, Aufnahme von toxischen Substanzen wie z.B. verschimmeltes Heu und Stroh oder aber die Verabreichung von Medikamenten kann die Eigensynthese von B-Vitaminen einschränken, welches sich durch Müdigkeit, Hautveränderungen und ebenso Leistungseinschränkungen bemerkbar machen kann. Eine orale Gabe von B-Vitaminen ist deshalb in solchen Situationen dringend erforderlich.

Zink
Zink ist an zahlreichen Enzymfunktionen von Stoffwechselprozessen beteiligt und somit ein unterstützender Nährstoff für die Regeneration der Leber. Bei Leberbelastung kommt es in vielen Fällen zu einem Mehrbedarf an diesem lebenswichtigen Spurenelement.

Zur Unterstützung und Förderung des Leberstoffwechsels empfehlen wir Ihnen die gezielte Gabe von Nährstoffe und sekundären Pflanzeninhaltsstoffe