Fütterungs-ABC

ATCOM FÜTTERUNGS-ABC

 

ATCOM Pferdefutter Beratung

 

A wie Aminosäuren

Insbesondere Bodybuilder schwören auf sie und häufig fällt der Begriff Aminosäuren im Zusammenhang mit der Proteinversorgung.
Zur Definition: Chemisch gesehen sind Aminosäuren eine Gruppe von Molekülen, die immer das selbe Grundgerüst besitzen, plus einer variablen Stelle. Hierdurch entsteht eine Fülle verschiedener Aminosäuren. Sie sind der Grundbaustein für Proteine, also Eiweiße. Man kann sich das so vorstellen: Eine Aminosäure ist ein Ziegelstein, das Eiweiß das fertige Haus.
Proteine findet man im Körper überall. Zum Beispiel in Form von Abwehrkörperchen, Muskeln und Enzymen. Enzyme sind die Katalysatoren des Körpers und für jede chemische Reaktion (Umbau, Abbau, Aufbau) notwendig.
Wenn wir bei der Haus-Analogie bleiben, kann man an sich vorstellen was passiert, wenn Aminosäuren oder auch nur eine bestimmte fehlen: Das Haus, und damit das Eiweiß, ist entweder fehlerhaft oder kann nicht fertiggestellt werden. Es ist also nicht schwer zu erkennen, dass Aminosäuren sehr wichtig für den Körper sind.

Die Aminosäuren lassen sich in „essentielle Aminosäuren“ und "nicht-essenzielle Aminosäuren" unterscheiden. "Essentielle Aminosäure" bedeutet, dass sie lebensnotwendig sind, aber nicht vom Körper selber hergestellt werden können. Also müssen jene Aminosäuren über die Nahrung zugeführt werden. Dazu zählen beispielsweise: Tryptophan, Lysin, Leucin, Methionin. Viele Aminosäuren kann der Oganismus selbst herstellen. Diese zählen dann zu den "nicht-essenziellen Aminosäuren".
Inzwischen weiß man ziemlich genau welche Eiweiße im Bezug auf Aminosäuren besser oder schlechter geeignet sind, um den Körper bedarfsdeckend zu versorgen. Kriterium hierbei ist z.B.: Wie gut kann der Körper die Eiweißquelle verwerten? Wie sieht das Aminosäuremuster des Futterproteins aus? Das Aminosäuremuster ist einfach die genaue Zusammensetzung eines Proteins aus verschiedenen Aminsosäuren. Je nachdem für was der Körper ein Protein benötigt ist ein anderes Aminosäuremuster notwendig. Allerdings ist das beste Aminosäuremuster eines Futterproteins sinnlos, wenn es nicht, oder nur teilweise im Körper ankommt. Unterschiedliche Verwertbarkeit eines Proteins machen zum Beispiel folgende Aspekte: Ist es pflanzlich oder tierischen Ursprung? Ist es roh oder aufgeschlossen?
Qualitätsbestimmend sind also mehrere Aspekte, wenn es um Proteine geht. Wichtig ist, dass die essentiellen Aminosäuren ausreichend vorhanden sind und das Aminosäuremuster günstig ist. Das Protein muss vom Tier gut verwertbar sein.

Man könnte jetzt meinen: Okay, also Protein in rauen Mengen, damit ist einer täglichen Bedarfsdeckung genüge getan. Leider nein. Auch bei Proteinen gibt es eine Unter- und Überversorgung. Bei der Unterversorgung wird der Körper vorhandene Proteinreserven, also Muskeln, abbauen, um seinen akuten Bedarf für wichtige Reaktionen im Körper zu decken. Wir erinnern uns: Enzyme und Abwehrkörper sind für den Körper noch viel wichtiger als Muskelmasse und haben deswegen Vorrang. Bei der Überversorgung besteht das Problem, dass alles an Überschuss vom Körper aufwendig in der Leber umgebaut/ abgebaut und von der Niere ausgeschieden werden muss. Das belastet vor allem die Nieren und die Umwelt. Es empfiehlt sich also die Ration an den Bedarf des Tieres anzupassen.
Wie sieht es nun mit Training und Muskelaufbau aus? Hier wird gezielt mit den wichtigsten Aminosäuren gearbeitet, anstatt mit vollständigen Proteinen. Das macht Sinn, da weniger aufgenommen werden muss, der Effekt aber trotzdem gut ist. Auch können damit nicht so gute Aminosäuremuster in der Ration aufgebessert werden, indem man fehlende einzeln dazu gibt. Vor allem Lysin ist für den Aufbau von Muskeln und den gehemmten Abbau hilfreich.
Aus diesem Grund gibt es zahlreiche Produkte, die gezielt den Muskelaufbau durch Zulage ausgewählter Aminosäuren unterstützen. Auch unsere Mineralfutter enthalten immer die Essentiellen Aminosäuren Methionin und Lysin um die Grundversorgung sicherzustellen. Als "natürliche" eiweißreiche Futtermittel für Pferde eignen sich Luzerne und Soja.
Fazit: Ohne Aminosäuren geht nichts. Die Qualität eines Futterproteins richtet sich nach dem Aminosäuremuster, der Menge der essentiellen Aminosäuren und wie gut es aufgenommen werden kann. Protein sollte immer Bedarfsdeckend gefüttert werden, also mehr, wenn das Tier Leistung im Sinne von Sport, Wachstum, Laktation und ähnlichem vollbringt.

B wie B-Vitamine

Vitamine sind komplexe organische Nährstoffe, die in kleinen Mengen lebensnotwendig für den Körper sind. Sie sind essentiell und ihre Aufgaben bestehen darin Reaktionen im Körper ablaufen zu lassen. Sie wirken damit als sogenannte Coenzyme, oder Katalysatoren. Vitamine bringen keine Energie und sind auch kein Baustein für den Körper. Sie werden in fett- und wasserlöslich unterschieden. Alle B-Vitamine sind wasserlöslich, inklusive des Vitamin C.
Zu den B-Vitaminen zählen:
• B1 Thiamin
• B2 Riboflavin
• B6 Pyridoxin
• B12 Cobalamin
• Nikotinsäure
• Folsäure
• Pantothensäure
• Biotin

 

Bedarf
Der Bedarf für Vitamine ist relativ gering, aber sehr wichtig. Teilweise sind Tiere auch in der Lage Vitamine selber zu synthetisieren und müssen weniger, oder keine mit der Nahrung aufnehmen. Dazu zählen beispielsweise das Pferd und Wiederkäuer, wie Rinder. Diese Eigenproduktion funktioniert durch eine intakte Bakterienflora im Darm. Diese „guten“ Bakterien produzieren für den Körper die Vitamine. Leidet das Tier jetzt an schweren Problemen mit der Verdauung, wie Durchfall, einer Dysbakterie anderer Ursachen, Krankheit, oder hat es eine antibiotische Behandlung erhalten, so ist die Bakterienflora geschwächt, oder stark vermindert. Daraus folgt ein Mangel an Vitaminen, die dann erst recht über die Nahrung zugeführt werden müssen.Andere Tiere wie Geflügel und Fleischfresser, wie der Hund, können Vitamine nur in unzureichender Menge selber herstellen. Hier ist es unabdingbar über die Nahrung ausreichend zuzuführen.

B- Vitamine sind, wie bereits erwähnt, wasserlöslich. Daraus folgt, dass sie im Körper kaum bis gar nicht gespeichert werden. Sie müssen also jeden Tag ausreichend aufgenommen werden. Das positive daran ist, dass man wasserlösliche Vitamine praktisch nicht überdosieren kann. Hier trifft es wirklich zu, dass Überschuss einfach bzw. mehr, oder weniger problemlos ausgeschieden wird. Dies ist bei anderen Nährstoffen NICHT der Fall. Fettlösliche Vitamine, wie zum Beispiel Vitamin A, werden immer gespeichert und können bei zu hoher Aufnahme im schlimmsten Fall zu Intoxikationen führen. Der wirkliche tägliche Bedarf ist für jedes Tier minimal unterschiedlich. Deswegen gibt es, wie beim Menschen auch, obere und untere Grenzwerte, die als normal gelten.

 

Mangelerscheinungen
Generell führen die meisten Vitamin B Mängel zu Anämie, Fressunlust, geringer Leistung, Fertilitätsstörungen (Folsäuremangel führt zu Missbildungen), Hauterkrankungen usw..
Vitaminmängel entstehen häufig nach Antibiotikatherapien, wenn die Darmflora nicht mehr in der Lage ist die Vitamine selbst zu synthetiseren. Auch im Alter oder bei Erkrankungen kann die Eigensynthese nachlassen. Hier ist es dann sinnvoll geziel B-Vitamine zu ergänzen.

 

Fazit:
Grundsätzlich ist das Pferd in der Lage B-Vitamine herzustellen. Da die Eigensynthese häufig aber nicht ausreichend ist, macht eine Ergänzung über ein geeignetes Mineralfutter oder im speziellen Fall eines gezielten B-Vitaminergänzers sehr viel Sinn. Aus unserem Sortiment eignen sich hier unser MAG-SILENT oder unser SANABOL

 

C wie Cholecalciferol

Cholecalciferol ist der wissenschaftliche Name für Vitamin D3. Dieses kommt in tierischem Gewebe vor, das pflanzliche Vitamin D2 heißt Ergocalciferol. Hier haben wir ein besonderes Vitamin, denn eigentlich agiert es als Hormon im Körper. Es hat somit eine Sonderstellung unter den Vitaminen. Es ist fettlöslich und wird in der Leber gespeichert. Um ein aktives Hormon zu sein muss es in der Leber und der Niere erst umgewandelt werden.

Die Hauptaufgabe von Vitamin D besteht darin zusammen mit den Hormonen Parathormon und Calcitonin den Calzium- und Phosphorspiegel im Blut zu regulieren. Vitamin D fördert dazu die Calzium-Resorption aus dem Darm und die Rückresorption von Calzium aus der Niere. Das Parathormon aus der Nebenschilddrüse ist der Gegenspieler dazu. Zusätzlich fördert Vitamin D den Einbau von Calzium in die Knochen.
Seit kurzem ist im Humanbereich bekannt, das Vitamin D für ein funktionierendes Immunsystem nötig ist. Es ist also anzunehmen, dass dies auch auf Tiere zutrifft.

Bedarf:
Normalerweise bildet der Körper Vitamin D in der Haut selber. Dazu muss genügend UV-Licht (Sonnenlicht) aufgenommen werden. Zusätzlich kommt Vitamin D auch in geringen Mengen in Heu und Grünfutter, also dem Weidegras vor. Der Bedarf für Vitamin D ist bei Pferden im Wachstum und bei laktierenden Stuten höher, als der von erwachsenen Tieren. Damit sollte der tägliche Bedarf zumindest grenzwertig gedeckt sein, sofern ausreichend Grün- oder Raufutter zur Verfügung steht. Besser wäre es noch zusätzlich ein vitaminisiertes Mineralfutter zu geben, um ausreichend zu versorgen.

Über- und Unterversorgung:
Eine Unterversorgung kommt selten vor. Meistens liegt es aber an einer unsachgemäßen Fütterung. Betroffen sind hier Pferde, die kein vitaminisiertes Futter/Mineralfutter bekommen und zusätzlich zu wenig Heu oder Grünfutter fressen.
Pferde sind für eine Überversorgung relativ anfällig. Ursachen sind Abusus von Vitaminpräparaten (zu viel davon, Fehlmischungen) falsche Rachitisprophylaxe bei Jungtieren, oder die versehentliche Fütterung von Goldhafer im Heu oder auf der Weide. Dieses Grasgewächs enthält in relativ hohen Mengen ein Vitamin D ähnliches pflanzliches Hormon, welches im Körper von Pferden wirksam ist und zu einer Hypervitaminose führen kann. Die Folgen reichen von Skoliose, über Knochenproblemen bis hin zu Verkalkungen der Gefäße, Nieren, Herzklappen und anderen Geweben. Vitamin D wirkt in zu hohen Dosen toxisch.
Eine zu hohe Versorgung mit Vitamin D lässt sich schnell verhindern. Ein adäquates vitaminisiertes Mineralfutter verwenden, oder den Vitamin D Gehalt der Ration ausrechnen. Natürlich gibt es auch Laborwerte die Hinweise geben.

Fazit
Die ausreichende Zufuhr von Vitamin D ist durchaus wünschenswert, aber in den richtigen Mengen. Goldhafer so weit möglich auf der Weide, oder im Raufutter vermeiden.

 

D wie Darm

Was haben Chinchillas und Pferde gemeinsam? Nicht wirklich viel möchte man meinen, aber eine Sache ist beiden gemein: ihr Verdauungssystem. Beide zählen zu den sogenannten "Hind-gut-fermentern". Übersetzt bedeutet das so viel wie "Gärkammer in hinteren Darmabschnitten". Und das ist es auch. Mehr dazu weiter unten.

Aufgabe des Darms
Wozu brauchen wir eigentlich den Darm? Für eine ganze Menge. Im Darm wird das Futter verdaut und zusammen mit Wasser aufgenommen. Gute Bakterien, die im Darm leben, helfen bei der Verdauung und produzieren selber z.B. Vitamine, die der Körper wiederum aufnehmen kann. Gleichzeitig werden Abfallprodukte über den Darm ausgeschieden und Gleichgewichte, wie der Wasserhaushalt, im Körper reguliert. Hier ist vor allem der Blinddarm zu nennen, da er als Wasser- und Elektrolytreservoir dient und den Säuren-Basen-Haushalt stabilisiert. Dazu wird je nach Bedarf Wasser in den Darm abgegeben oder rückresorbiert. Zusätzlich bildet der Darm eine wichtige Barriere gegen Krankheitserreger in der Nahrung und verhindert das eindringen in den Körper. Funktioniert der Darm nicht oder nicht richtig kann man sich also denken, dass es große Auswirkungen auf den gesamten Körper hat.

Was ist jetzt das besondere am Darm des Pferdes?
Tierartliche Unterschiede machen alles aus. Der Darm des Pferdes kann nicht mit dem eines Hundes, oder Mensches verglichen werden.
Widmen wir uns dazu kurz dem Aufbau. Der Darm ist in verschiedene Abschnitte gegliedert. Am Ausgang des Magens beginnt der Dünndarm, unterteilt in Duodenum (Zwölffingerdarm), Jejunum (Leerdarm) und Ileum (Krummdarm). Anschließend haben wir eine Verbindung in das Caecum, den Blinddarm. Hier haben wir eine Besonderheit beim Pferd (und dem Chinchilla). Der Blinddarm ist riesig ausgebildet. Dieser blind endende Sack geht von der rechten Flanke bis runter und vor zur Bauchmitte. Er fasst durchschnittlich 30 l und auch mehr. Er funktioniert als Gärkammer des Pferdes, abgestimmt an ihre artgemäße Nahrung aus vor allem Rohfaser. Jene Rohfaser kann vom Pferd selber nicht komplett aufgenommen/verdaut werden und gelangt bis zum Blinddarm. Dort kümmern sich dann Bakterien drum, vergleichbar mit den Bakterien im Pansen von Rindern. Diese Mikroben verdauen die Fasern und wandeln sie in freie Fettsäuren um, welche maßgeblich zur Energieversorgung des Pferdes beitragen.
Nach dem Blinddarm geht es weiter in das Colon oder den Dickdarm, der beim Pferd eine doppelte Hufeisenform aufzeigt. Als letztes Stück haben wir das Rektum. Durch die eigene Wandform im Colon und Rektum bilden sich die typischen geformten Pferdeäpfel.

Was ergeben sich nun durch diesen Aufbau für Besonderheiten bei der Fütterung?

M.o.w. kontinuierliche, langsame Raufutteraufnahme ist die Devise. Für einen Gesunden Darm und ein gesundes Pferd ist es unabdingbar Pferde richtig zu füttern. Das bedeutet die Aufnahme von mindestens 1,5kg pro 100kg Körpergewicht Heu pro Tag, oder strukturreichem Grundfutter. Das sind bei einem durchschnittlichen 500kg Pferd mindestens 7,5kg Heu pro Tag. Im Idealfall und je nach Leichtfuttrigkeit hat das Pferd Heu sogar ad libitum zur Verfügung und kann rund um die Uhr fressen. Durch diese Futteraufnahme kann der Magen und Darm richtig arbeiten und wird nicht überlastet. Oft ist bei Heu ad libitum sogar der tägliche Energiebedarf schon gedeckt, sodass es nicht unbedingt nötig ist Kraftfutter zu füttern. Gerade hier sollte man gut aufpassen, denn bei Kraftfutter und Stärke kann der Darm schon mal aus dem Gleichgewicht geraten.

Probleme mit und im Darm
Wird zu viel Kraftfutter gefüttert, kann das schon mal blöd enden. Generell ist die Vorgabe maximal 1 kg Kraftfutter pro 100 kg Körpergewicht pro Tag zu füttern. Also maximal 5kg bei 500kg. Diese Mengen sollten aber absoluten Hochleistungspferden vorbehalten bleiben. Die Rede ist von Pferden, die schwere Arbeit leisten. Es betrifft z.B. Pferde, die mehrere Stunden Holz rücken, oder Distanzpferde, die zwei Stunden am Stück Galoppieren/Traben. Selbst ein S Dressur oder Springpferd leistet damit keine schwere Arbeit laut Definition und sollte dementsprechend weniger Kraftfutter bekommen.
Aber warum ist Kraftfutter mitunter ungünstig? Kraftfutter besteht fast nur aus Stärke bzw. Kohlehydraten. Einerseits lassen diese im Magen den PH Wert zu stark abfallen und begünstigen Magengeschwüre, oder -entzündungen. Andererseits kann im Darm so viel Stärke nicht verdaut werden und geht weiter in den Blinddarm. Dort beginnt die Misere. Nun stürzen sich Bakterien drauf und wandeln die Stärke in kürzkettige Fettsäuren um. Diese wirken sauer, reizend. Damit begünstigen sie Durchfall und führen zur Schädigung der Darmwand und einem Massensterben von Bakterien. Diese Bakterien setzen dabei Endotoxine frei, die durch die geschädigte Darmwand in den Körper eindringen können. Passiert dies kommt es zu einem sogenannten Endotoxinschock in dessen Folge Hufrehe entsteht.
Genauso Problematisch ist blähendes Futter (junges Grünfutter, Leguminosen, Kohlgewächse, Äpfel, frisches Brot), Futter das stark verkeimt, verheft oder verschimmelt ist. Alles kann zu Fehlgährungen, Koliken und in weiterer Folge Hufrehe führen. Im schlimmsten Fall mit tödlichem Ausgang. Das ist allerdings nur ein kurzer Einblick in die Materie um zu zeigen, wie sensibel der Verdauungstrakt eines Pferdes wirklich ist.

Fazit: Gesunder Darm, gesundes Pferd
Es ist also durchaus ersichtlich, wie wichtig richtige Fütterung für einen gesunden Darm und damit ein gesundes Pferd ist. Vor allem kann man mit einer artgemäßen Fütterung vergleichsweise einfach vielen Problemen aus dem Weg gehen. Aus diesem Grund hier eine kleine Checkliste für die Fütterung:
+Strukturreiches Grundfutter
- Heu, Stroh, Luzerne, überständiges Gras,...
- mind. 1,5kg/100kg /Tag; besser ad libitum
- vor Training anbieten( kein Training auf „leeren“ Magen)
- Hygienestatus beachten! (Schimmel, Fäulnis, usw...)
+Kraftfutter
- weniger ist mehr
- möglichst viele kleine Mengen
- Immer erst NACH der Raufutter Gabe
- nicht vor dem Training
- Hygienestaus!
+Futterintervalle von mehr als 6 Stunden absolut vermeiden (max. 4 Stunden vertretbar)

 

E wie Essentielle Fettsäuren

Essentielle Fettsäure. Omega-3-Fettsäure. Leinöl. Ungesättigte Fettsäuren usw. Es gibt eine Vielzahl an Ausdrücken bei denen man zumindest weiß, dass sie wichtig sind. Nicht oft ist jedoch klar um was es sich genau handelt. Heute soll hier ein kleiner Überblick geschaffen werde, um was es grundlegend geht.
Was sind essentielle Fettsäuren?
Fettsäuren sind Bestandteile natürlicher Fette. Sie zählen damit zu der Gruppe der Lipide. Es handelt sich um verschieden lange Ketten, die ohne oder mit Doppelbindungen Verbunden sind. Ist in dieser Kette eine oder mehrere Doppelbindungen vorhanden spricht man von einfach, oder mehrfach ungesättigten Fettsäuren. Ohne Doppelbindung nennt man sie gesättigte Fettsäuren.
Essentielle Fettsäuren sind lebensnotwendig, können vom Körper nicht selber hergestellt werden und sind immer ungesättigt. Die Rede ist von Omega-3 und 6-Fettsäuren, genauer der Gamma-Linolensäure und der Alpha-Linolsäure. Das Omega 3 oder 6 bezihet sich hier nur auf die Position der vorhandenen Doppelbindung und hat keinen weiteren tieferen Sinn. Wie auch schon im Artikel über B- Vitamine erklärt bedeutet essentiell, dass der Körper es selber nicht herstellen kann, es aber lebensnotwendig ist. So weit so gut. Gehen wir weiter zu den Aufgaben essentieller Fettsäuren.
Was sind die Aufgaben im Körper?
Fettsäuren haben zahlreiche Aufgaben im Körper. Sie sind Strukturelemente der Zellmembranen. Sie dienen als Vorläufer von sogenannten Prostaglandinen, oder Eicosanoiden. Diese sind sehr wichtige regulatorische Einheiten im Körper, die Entzündungsprozesse und den Zellstoffwechsel beeinflussen. Allgemein kann man deswegen sagen, dass Omega-3-Fettsäuren, wie die Linolensäure, anti-entzündlich wirken, Omega 6 Fettsäuren dahingegend eher entzündungsfördernd.
Auch die Barrierefunktion der Haut ist auf Fettsäuren angewiesen, hier ist vor allem die Linolsäure wichtig. Nebenbei dienen sie auch als sehr guter Energielieferant und verbessern die Aufnahme von fettlöslichen Vitaminen aus der Nahrung. Dies ist nur ein kleiner, aber sehr wichtiger Auszug der vielfältigen Aufgaben essentieller Fettsäuren im Körper. Trotzdem lässt sich schon erkennen, dass sie wichtige Aufgaben übernehmen.
Wie viel braucht mein Tier?
Der Bedarf an essentiellen Fettsäuren ist bei adulten, gesunden Pferden niedriger als zum Beispiel bei Fohlen, latkierenden Stuten, oder auch Tieren mit Hautproblemen. Bei einem solchen Mehrbedarf kann es nötig sein bis zu 4 mal mehr zu füttern als normal nötig.
Generell ist die Fettverträglichkeit von Pferden relativ gut, sofern das Tier langsam über zwei Wochen an eine gesteigerte Menge gewöhnt wird. Es sollte aber nicht mehr als maximal 0,75g Fett /Kg Körpergewicht pro Mahlzeit zugefüttert werden. Also bei eiem 500 kg Tier maximal 375g Fett pro Mahlzeit! Individuell auch weniger. Bei zu viel Fett kommt es zu Problemen mit der Verdauung und auch Übergewicht kann Folge von zu viel sein.
Was passiert bei zu viel/ wenig essentiellen Fettsäuren?
Die gute Nachricht zuerst. Man kann mit „zu viel“ essentiellen Fettsäuren nicht wirklich was falsch machen. Es hat insofern keine Nachteile, als dass dadurch keine nachteilige Wirkungen im Körper entstehen. Aber Achtung: Es handelt sich immer noch um Fett und zu viel davon kann zu Adipositas, oder auch zu Fett-Durchfall und Verdauungsproblemen führen!
Nun zur schlechte Nachricht: es kann auch hier zu Mangelerscheinungen kommen. Ist der Bedarf nicht gedeckt (zB ein nicht gedeckter Mehrbedarf) kommt es zu struppigem Fell, Hautverdickungen, Haarausfall, verstärkter Ohrschmalzbildung, erhöhter Infektionsneigung der Haut und schlechter Wundheilung dieser.
Ein langer schwerer Mangel kann sogar zu Unruhe, Nervosität, Störungen der Herzfunktion und zu Infertilität führen.
Solche Mängel entstehen beispielsweise bei zu fettarmen Rationen, oder einer falschen Zusammensetzung von Ersatzmilch bei mutterloser Aufzucht.
Vorkommen in Futtermitteln
Essentielle Fettsäuren findet man vor allem in Samen und Ölsaaten bzw deren Ölen und auch Hafer. Aus ernährungstechnischer Sicht haben vor allem Leinöl und Nachtkerzenöl viel Sinn, da sie den mit höchsten Gehalt an Omega 3 Fettsäuren aufweisen. Aber auch andere Öle enthalten diese Omega 3 und 6 Fettsäuren und können verwendet werden.Rapsöl, Sojaöl, Hanföl, Schwarzkümmelöl und Olivenöl sind genauso möglich und punkten mit noch anderen nützlichen Eigenschaften wie hohen Vitamin E Gehalten und wertvollen sekundären Pflanzeninhaltsstoffen.

Fazit
Essentielle Fettsäuren sind sehr wichtig für den ganzen Körper und kommen vor allem in pflanzlichen Ölen vor. Der Bedarf kann sehr unterschiedlich sein und muss dementsprechend angepasst werden um einen Mangel zu verhindern.

 

F wie Futtermittelzusatzstoffe

Futtermittelzusatzstoffe sind in der entsprechenden EU-Verordnung (VO (EG) 1831/2003 – über Zusatzstoffe zur Verwendung in der Tierernährung) ganz klar definiert und reglementiert. Hier finden sich alle Definitionen, Anforderungen für die Zulassung, Kategorien für Zusatzstoffe mit diversen „Funktionsgruppen“, Gemeinschstfszulassung und -register/Deklarationsfragen. Als Definition zu „Futtermittelzusatzstoff“ verständlich zusammengefasst steht dort dies:
Futtermittelzusatzstoffe sind Stoffe, die bewusst Wasser/Futter zugesetzt werden und
a) die Beschaffenheit des Futtermittels positiv beeinflussen
b) die Beschaffenheit der tierischen Erzeugnisse positiv beeinflussen
c) die Farbe von Zierfischen und -vögeln positiv beeinflussen
d) den Ernährungsbedarf der Tiere decken
e) die ökologischen Folgen der Tierproduktion positiv beeinflussen
f) die Tierproduktion, die Leistung, oder das Wohlbefinden der Tiere, insbesondere durch Einwirkung auf die Magen- und Darmflora, oder die Verdaulichkeit der Futtermittel, positiv beeinflussen oder
g) eine kokzidiostatische oder histomonostatische Wirkung haben.

 

Wenn man sich dies durchliest, lässt sich schon erahnen: Der eigentliche Sinn von Zusatzstoffen ist es eine positive Veränderung bzw. Verbesserung herbei zu führen. Der Gedanke dahinter ist also durchaus schon verständlich und sinnvoll. Zusätzlich müssen folgende Punkte erfüllt werden, damit ein Stoff überhaupt erst zugelassen wird:
+ Unbedenklichkeit für Mensch, Tier und Umwelt
+ Darbietung in einer den Anwender nicht irreführenden Art
+ keine Nachteile für den Verbraucher durch eine beeinträchtigte Lebensmittelqualität
+ Wirksamkeitsnachweis

 

Die zugelassenen Zusatzstoffe werden tabellarisch in Kategorien unterteilt. Dort stehen für jeden einzelnen Stoff eine Kennnummer, wer der Hersteller ist, die genaue chemische Bezeichnung, die Zusammensetzung, für welche Tierart er zugelassen ist, ob es maximal und minimal Grenzen im Futter gibt und sonstige Bestimmungen.
Folgende Stoffklassen gibt es: Trennmittel, Säureregulatoren, Stoffe zur Verbesserung der hygienischen Beschaffenheit von Futtermitteln, Aminosäuren(und deren Salze und Analoge), Antioxidationsmittel, Aromastoffe, Bindemittel, Darmflorastabilisatoren, Emulgatoren, Farbstoffe (die Lebensmittel tierischem Ursprungs Farbe geben, oder Futtermitteln Farbe geben, oder Vögeln und Fischen Farbe geben), Harnstoff und seine Derivate, Konservierungsstoffe, Mykotoxinbindemittel, Kokzidiostatika und Histomonostatika, Radioniuklidmittel, Silierzusatzstoffe, sonstige zootechnische Zusatzstoffe, Verbindungen von Spurenelementen, Verdaulichkeitsförderer, Vitamine, Provitamine und chemisch definierte Stoffe mit ähnlicher Wirkung.
Eine ganze Menge, wie man sieht. Da verliert man schon mal den Überblick. Als nächstes wollen wir deswegen Beispiele für die oben genannten Punkte von einzelnen zugelassenen Zusatzstoffen näher betrachten, um es leichter zu machen.

Beispiel 1: Aminosäuren
Wie schon in unserem ersten Beitrag über Aminosäuren erwähnt, wissen wir, dass diese z.T. essentiell sind. Teilweise ist es daher nötig sie gezielt zuzusetzen. Damit fallen sie unter den Begriff eines Futtermittelzusatzstoffes. Diese Aminosäuren werden entweder aus natürlichen Proteinen extrahiert , gereinigt und konzentriert oder synthetisch hergestellt. Alles im Labor. Sie dienen damit Punkt d) und f) der oben genannten Liste.

Beispiel 2: Antioxidationssmittel
Hier nehmen wir das Vitamin C, genauer die Ascorbinsäure. Diese wird gerne Futtermitteln zugesetzt, um die Haltbarkeit zu verlängern. Es wirkt wie der Kategoriename schon verrät als Antioxidationsmittel. Dadurch wird zum Beispiel vorzeitiger Fettverderb vorgebeugt. Gleiches kann durch Vitamin E, genauer Tocopherol, erreicht werden, welches auch in diese Kategorie fällt. Es geht das Gerücht um, nur Vitamin C sei für den Körper verwendbar, Ascorbinsäure sei chemisch und nicht sinnvoll. Das ist nicht der Fall. Ascorbinsäure ist ledilich der wissenschaftliche Name. Es besteht weiters kein Unterschied zwischen – im Labor- extrahiertem, gereinigtem und konzentriertem Vitamin C, im Vorhinein synthetisch hergestelltem oder Vitamin C aus Pflanzen. Alle sind exakt gleich in ihrer Wirkung und ihrem Aufbau.
Antioxidationsmittel dienen damit den Punkten a), d) und f).

Bleispiel 3: zootechnische Zusatzstoffe
Das klingt zwar sehr unheimlich ist aber umso weniger schlimm. Es handelt zum Bleispiel um Verbindungen wie Eisen(II)-sulfat und weitere. Verschiedene Verbindungen mit anderen Spuren- und Mengenelementen sind hier aufgeführt. Diese sind unabdingbar bei jedem Alleinfutter bzw. bei jedem Mineralfutter. Damit wäre es für Punkt d).

Warum brauchen wir jetzt Futtermittelzusatzstoffe?
Gewisse Komponenten im Futter sind nicht lange haltbar und bieten ein Risiko, sollten sie verderben. Hier soll ein Zusatzstoff die Haltbarkeit verändern. Andererseits sind manche Futter nicht ausgewogen genug, so dass sie mit Aminosäuren, Vitaminen oder Mineralien ergänzt werden müssen. Damit wird einer Mangelernährung vorgebeugt.
Auch sogenannte Bentonite fallen unter Zusatzstoffe(Punkt f)). Diese sind bekannt dafür, dass die unterstützenden Effekt bei der Bindung und Ausscheidung von Toxinen und Schwermetallen erzielen können.
Andere Tiere benötigen gewisse tierische(rote Krebstiere) oder pflanzliche(Bata-carotin) Farbstoffe für ihr gewohntes Erscheinungsbild(Punkt c)). Ein Flamingo ist beispielsweise nur dann rosa, wenn er das entsprechende Futter, hier rote Krebstiere, bekommt. Sonst wäre er einfach nur weiß. Viele Ziervögel sind da gleich wie der Flamingo und benötigen besondere Futtermittelzusatzstoffe, um so farbanprächtig zu sein.

Fazit
Alle diese Beispiele sollen zeigen, dass es durchaus sinnvolle und auch notwendige Futtermittelzusatzstoffe gibt. Nicht alle sind schlecht und manche schlicht nicht vermeidbar. Zusätzlich gibt es keinen wirklichen Unterschied zwischen synthetischen und „normalen“ Stoffen. Es ist einfach nur nicht möglich die enormen benötigten Mengen rein aus natürlichen Quellen zu bekommen. Das Labor bietet hier eine gute Lösung.
Trotzdem ist auch hier weniger mehr und es sollte nur das ins Futter, was auch wirklich notwendig ist.

 

H wie Hefe

Saccharomyces Cerevisae. Wohl kaum einer weiß, dass sich hinter diesem wissenschaftlichen Namen die Bierhefe verbirgt. Die Bierhefe ist ein Nebenprodukt der Brauerei und demnach in rauen Mengen vorhanden. Das ist aber nicht der Grund, warum sie so gerne in der Tierfütterung eingesetzt wird. Speziell diese Hefen – Saccharomyces Cerevisae – haben es in sich.
Hefen
Hefen sind sowohl Nahrungs-/ Genussmittel, als auch Erreger von pathogenen Mykosen und/oder Verderbserreger in Futter- und Nahrungsmitteln. Der Grund liegt in den vielen verschiedenen Hefe-Arten. Es ist vergleichbar mit einem hoch giftigen Fliegenpilz und einem schmackhaften Steinpilz.
Sie sind Einzeller, vermehren sich durch Sprossung und gewinnen ihre Energie aus Gärung unter Sauerstoffabschluss (alkoholische Gärung). Das ist unter anderem der Grund, warum sie in der Brauerei verwendet werden. Sie zählen mit ihren vielen verschiedenen Vertretern als eine eigene Gruppe unter den Pilzen. Bei Hefen gilt also, es gibt nützliche, wie Saccharomyces Cervesiae und auch schädliche, wie beispielsweise Candida albicans. In Futtermitteln und auch in Lebensmitteln wir ausschließlich genießbare Hefe verwendet.
Multitalent Bierhefe
Die Eigenschaften von Bierhefe sind wahrlich vielfältig. Sie sind eine natürliche Quelle für B Vitamine mit Ausnahme des B12. Sie sind reich an Spuren- und Mengenelementen, hier sei vor allem Phosphor und Kupfer genannt, zusätzlich dazu besteht sie aus bis zu 50% Protein mit einer sehr hohen Verdaulichkeit. Bierhefe wird gerne gefressen und wirkt außerdem noch appetitanregend. Ein wahres Multitalent also. All diese vielen positiven Eigenschaften machen sie in der Tierernährung sehr beliebt. Trotzdem gilt, weniger ist mehr. Warum, liest ihr gleich.
Auch die Hefe hat nicht nur positive Eigenschaften. Zu beachten gilt: Nicht für nierenkranke Tiere. Hefe enthält viel Eiweiß, darunter viel Purin und zusätzlich viel Phosphor. Beides ist in größeren Mengen Bei dieser Erkrankung kontraproduktiv. Nicht bei Tieren die zu Harnsteinen neigen, oder Probleme im Purinstoffwechsel haben. Hier ist das Risiko von Harnsteinen sehr groß.
Verwendung von Bierhefe
Hefe ist richtig einfach in ihrer Verwendung, denn meistens ist sie als trockenes Pulver erhältlich. Dadurch kann sie ganz bequem über das Futter gegeben werden. Hierbei wird empfohlen eine Menge von maximal 0,5-1 % der Futter- Trockensubstanz nicht zu überschreiten. Das entspricht bei Großpferden täglich ca. 50 g und bei Kleinpferden/ Ponys täglich 20 bis 40 g. Empfehlenswert ist es langsam anzufangen und eher kleine Mengen zu füttern. Zu viel Hefe kann leider auch zu Blähungen und (Fehl-)Gärungen im Darm sorgen. Zudem ist die natürliche Bakterienflora im Darm über zu viel Hefe, die ihr Konkurrenz macht, nicht sehr glücklich.Sie wird täglich, oder nach Bedarf auch als Kur über 6 Wochen zum Futter gegeben.

Lebendhefe vs Hefe:
Als Futtermittelzusatzstoff sind auch einige Lebendhefen zugelassen. Hier gibt es dann Vorgaben wie viele KBE (koloniebildendenen Einheiten) enthalten sein müssen. Lebendhefen finden häufig als Probiotika Einsatz in Produkten zur Unterstützung der Verdauung. Hier gilt zu beachten, dass die Lebendhefen recht empfindlich sind! Den Pelletiervorgang überleben sie meistens nicht. Daher wird z.B. unser SANABOL nicht pelletiert um die darin enthaltene Lebendhefe zu schonen.
Auch bei den "toten" Hefen gibt es Unterschiede. So gibt es beispielsweise Hefen, die gefriergetrocknet und speziell aufbereitet werden und so viele Eigenschaften einer Lebendhefe behalten. Eine solche Hefe findest z.B. in unseren Mineralfuttermitteln Einsatz.

 

I wie Immunsystem

Enes der wichtigsten Systeme überhaupt, denn ohne es sind wir schutzlos gegen alles um uns herum. Um seinen Aufgaben – dem Schutz des Körpers, physiologische Umbauprozesse mit Zelluntergang, usw.- gerecht zu werden, muss es sehr komplex, vielschichtig und in der Lage sein sich verschiedenen Angreifern und Situationen anzupassen. Eine detaillierte Auflistung aller Bestandteile und Funktionsweisen würde Stunden und länger dauern. Heute sollen dennoch die Grundzüge dargestellt werden.

 

Im Groben ist das Immunsystem von Säugetieren untereinander vergleichbar. Es wird unterteilt in angeborenes und erworbenes Immunsystem

Das angeborene Immunsystem ist, wie der Name schon verrät, bei der Geburt schon fertig ausgebildet. Das bedeutet allerdings, dass es nicht spezifisch sein kann. Es ist einfach gesagt eine Armee von verschiedensten Abwehrzellen, die innerhalb von Stunden alles angreifen, was nicht körpereigen ist und das immer nach dem exakt gleichen Schema. Beteiligte Zellen sind beispielsweise Granulozyten, natürliche Killerzellen und Makrophagen. Diese „fressen“ neben fremden Antigenen auch körpereigene Zellen, die befallen, entartet oder am Sterben sind. Manche Erreger sind durch diesen Angriff schon eliminiert. Für viele reicht diese erste Abwehr nicht aus. Deshalb werden während des Angriffs des angeborenen Immunsystems auch Informationen zu dem neuen Antigen gesammelt und diese Information an das erworbene Immunsystem – die B und T Lymphozyten in den Lymphknoten und der Milz - weitergegeben. Dies geschieht alles durch verschiedenste Botenstoffe und Zellen des Immunsystems, die alle eng miteinander interagieren und in festgelegten Kaskaden arbeiten.
Bis diese Information über das neue Antigen verarbeitet wurde vergehen Tage, mitunter auch Wochen. Erst dann greift das erworbene Immunsystem ein.

Das erworbene Immunsystem ist bei der Geburt noch nicht ausgebildet. Es wächst aber ein Leben lang mit jedem Antigen, welches in den Körper eindringt. Dieses System bildet, nachdem die Information vom angeborenen Immunsystem kam, spezifische Antikörper für jedes einzelne Antigen und ein Gedächtnis dafür. Damit kann bei einer erneuten Infektion mit einem bekannten Erreger sehr schnell und effektiv dagegen angegangen werden. Dieses Prinzip gilt auch für Schutzimpfungen, die genauso funktionieren.
Zugehörige Zellen sind hier die B-und T-Lymphozyten zusammen mit den von B-Lymphozyten gebildeten Immunglobulinen bzw. Antikörpern(IgG, IgA, IgM und IgE). Antikörper bestehen immer aus einem fixen Grundgerüst und einem variablen Teil. Der variable Teil ist je nach Erreger anders, aber immer passend. Ein Antikörper gegen Bakterium A wird immer nur Bakterium A angreifen, nie Bakterium B.

 

Maternale Antikörper, oder kolostraler Schutz
Ein weiterer Aspekt des erworbenen Immunsystems sind maternale Antikörper(IgG). Diese Antikörper werden mit der ersten Milch – der Kolostral-oder Biestmilch – von der Mutter an den Nachwuchs weitergegeben. Damit soll in den ersten Wochen ein besserer Schutz gewährt werden, bis sich das eigene erworbene Immunsystem der Jungtiere etwas aufgebaut hat. Gerade für Neugeborene ist dies ein wichtiger Schutz der unbedingt erreicht werden sollte. Dazu sollte folgendes beachtet werden:
+ Die Geburt sollte dort stattfinden, wo das Muttertier zumindest 6 Wochen davor schon gelebt hat und auch danach bleibt. Das Muttertier brauch selber einige Zeit bis Antikörper für Umgebungskeime gebildet wurden. Diese helfen aber auch dann nichts, wenn das Jungtier wo anders aufwächst als es geboren wurde, denn dort sind wiederum andere Umgebungskeime.
+ Maternale Antikörper können nur in den ersten wenigen Stunden aufgenommen werden. Einerseits sind sie nur im Kolostrum enthalten, andererseits ist die Darmbarriere der Jungtiere nur kurz nach der Geburt offen, sodass die Antikörper ins Blut gelangen können.
+ Wenn ein Jungtier nicht trinkt auf jeden Fall assistieren, oder Kolostrum abmelken und mit der Flasche geben.
+ Für Notfälle kann Kolostrum bis zu einem Jahr eigefroren und verwendet werden.
+ Kolostrum von Ammentieren ist besser als kein Kolostrum.
+ Bei einigen Säugetieren wie Primaten (und damit dem Menschen), Hund, Katze, Kaninchen und Meerschwein besteht zusätzlich die Abgabe von IgG über die Plazenta an den Nachwuchs.

Unterstützung für ein funktionierendes Immunsystem
Die erste Barriere des Immunsystems ist die Haut und Schleimhaut des gesamten Körpers. Zusätzlich dazu braucht es Schleim (zB in der Nase), Enzyme (zB im Darm) und Säuren (zB die Magensäure). Sind diese Barrieren beschädigt oder funktionieren nicht richtig ist die erste Hürde für Keime schon weg.
Das A und O für ein gesundes Immunsystem mit all seinen Facetten ist somit eine ausreichende Versorgung aller wichtigen Nährstoffe, damit der Körper arbeiten kann. Im Grunde ist jedes Vitamin, Mengen und Spurenelement in ausreichender Menge wichtig.
Hervorzuheben sind für die Haut Vitamin A, E, C, Biotin, Zink und Selen. In der Humanmedizin ist bekannt, dass Vitamin D für die Immunabwehr eine wichtige Rolle spielt, es ist also davon auszugehen, dass es auch auf andere Säugetiere zutrifft.


Exkurs Impfungen
Impfungen sind ein Meilenstein in der Medizin. Durch sie sind wir vor einigen Krankheiten geschützt, andere sind im Begriff ausgemerzt zu werden. Durch sie gilt Deutschland als Tollwut-frei und so manch eine gefürchtete Krankheit ist für uns nur noch in Erzählungen präsent.
Impfungen basieren auf der Fähigkeit unseres Körpers ein Immungedächtnis zu bilden. Je nach Erreger und persönlichen Unterschieden kann somit ein Schutz von einem Jahr bis lebenslang entstehen.
Dafür wird ein abgeschwächter Erreger benutzt, der sich zwar vermehren, aber nicht mehr krank machen kann. Das Immunsystem reagiert mit der adäquaten Antwort und bildet ein Gedächtnis. Bei erneutem Kontakt mit einem starken Erreger wird dieser sofort effektiv eliminiert.
Eine andere Möglichkeit besteht in der Gabe abgetöteter Erreger. Dabei ist die Antwort des Immunsystems allerdings langsam, sodass mehrere Auffrischungen (Booster) nötig sind bis ein belastbarer Schutz gegeben ist.
Die dritte Möglichkeit ist es nur noch einzelne Antigene eines Erregers zu spritzen. Das ist zwar sehr sicher, aber das Immunsystem reagiert nur sehr schwach. Deswegen müssen Adjuvanzien zugesetzt werden um das Immunsystem ausreichen zu stimulieren.
Weitere Informationen über Impfungen für Pferde, was zu beachten gilt und wann sie zu machen sind kann man hier (https://www.fli.de/de/kommissionen/stiko-vet/empfehlungen/) nachlesen.

Fütterungsseitig könnt ihr das Immunsystem durch hochwertiges Grundfutter, ein gutes Mineralfutter, Hagebutten als natürliche Vitamin C Quelle, und auch durch unser SUPERFOOD unterstützen.

 

J wie Johanniskraut und Jakobs-Kreuzkraut

Jeder weiß, gelb blühende Pflanzen auf der Weide sind - mit Ausnahme des Löwenzahns - nicht gerne gesehen. Auch wenn man die gängigen giftigen Pflanzen auf der Weide manchmal nicht unterscheiden kann so weiß jeder, dass sie alle die gelbe Blüte gemein haben. Die Rede ist vom Hahnenfuß, Johanniskraut und dem Jakobs-Kreuzkraut. Letzteren beiden wollen wir uns heute widmen.

 

Johanniskraut

  • Man findet es vorwiegend an Wegrändern, in lichten Wäldern, oder Wiesen. Mit seinem Toxin Hypericin ist es vor allem für Weidetier,e insbesondere für das Pferd gefährlich. Problematisch ist hierbei, dass auch getrocknete Pflanzenteile giftig sind und von Pferden im Heu nicht erkannt und gefressen werden.
  • Aussehen: Bis 50 cm hohe Staude mit eiförmigen, 1-2 cm langen Blättern. Die Blüten sind goldgelb, fünfzählig und von Juni bis September zu finden.
  • Vergiftungssymptome: Hauptproblem ist hier die Fotosensibilisierung. Die Haut (vor allem helle/ unpigmentierte) wird gegen Licht extrem empfindlich mit folgendem starkem Sonnenbrand(erhebliche Schwellung bis zur Blasenbildung). Zusätzlich zeigt das Pferd Anorexie, Unruhe und Inappetenz. Auch die Leber wird geschädigt und komatöse Zustände sind möglich.
  • Maßnahmen: Ein Tierarzt ist zu konsultieren, um das Ausmaß der Vergiftung fest zu machen und eine Therapie einleiten zu können. Das Pferd sollte sofort in einen lichtgeschützten/möglichst dunklen, kühlen Raum abgesondert werden.
 

Jakobs-Kreuzkraut

  • Das Kreuzkraut, oder auch Jakobs-Kreuzkraut findet man gerne an Wald- und Wegrändern, sowie Schuttplätzen. Hier findet man nicht ein gewisses Toxin sondern gleich eine ganze Klasse der sogenannten Pyrrolizidinalkaloide(Jacobin, Jaconin, Jacodin, Senecionin, Retrorsin, Seneciphyllin, Senkirkin, u.a.) mit zusätzlich Oxalaten. Eine wahre „Bombe“ also. Diese Stoffe sind in der ganzen Pflanze enthalten, wobei Jungpflanzen und Blüten am reichsten sind. Eine Besonderheit hierbei ist, dass jede einzelne Aufnahme nicht „schlimm“ sein muss, aber die gesamte Menge (über Monate hinweg) im schlimmsten Fall zum Tod führen kann. Jede Aufnahme - egal wie gering - schädigt die Leber unwiderruflich, bis sie zu kaputt ist, um zu funktionieren. Man spricht hierbei von einem kumulativen Effekt. Auch hier gilt, wie beim Johanniskraut, dass die Gefahr auch bei Heu und Silage besteht. Eine Mengen von 7% der Körpermasse ist schon ausreichend für einen tödlichen Ausgang. Damit ist das Jakobs-Kreuzkraut als sehr stark giftig einzustufen.
  • Aussehen: Bis zu 1 m hoch mit kantig gerilltem Stängel. Dir blätter sind leierförmig mit zum Teil wolliger Unterseite. Kreuzkraut hat eine goldgelbe kleine Korbblüte(wie Margeriten) von Juni bis August.
  • Vergiftungssymptome: Irreversible Schädigung der Leberzellen. Anorexie, Kolik, Obstipation, Durchfall. Es können zentralnervöse Störungen auftreten wie Kopfpressen gegen die Wand. Dies wird durch eine starke Leberschädigung mit folgendem „Hepatoencephalem-Syndrom“ bedingt. Dabei entgiftet die kaputte Leber nicht mehr und jene Stoffe gelangen über das Blut weiter in das Gehirn und führen hier zu Problemen. Jakobs-Kreuzkraut führt oft auch viele Monate nach Pflanzenaufnahme zum Tod, was es oft schwer macht die Ursache zu erkennen.
  • Maßnahmen: Wie immer gilt einen Tierarzt kontaktieren. Dieser kann, binnen zwei stunden nach Aufnahme des Krauts eine Magenspülung durchführen. Zusätzlich kann versucht werden mit Kaliumpermanganat (ähnlich Aktivkohle) eine weitere Aufnahme im Darm zu verhindern. Auch Abführende Maßnahmen mit Paraffinöl können versucht werden. Zusätzlich wird das Tier symptomatisch behandelt und stabilisiert.

Verhindern lässt sich eine Aufnahme von Giftpflanzen nie zu 100%. Allerdings kann mit korrektem Weidemanagement (Düngen, gezieltes Mähen, Kontrollgänge, usw.) die Gefahr deutlich gesenkt werden. (Quelle und weitere Infos: Giftpflanzen und Intoxikationen in der tierärztlichen Praxis von Petra Ziemer und Gerhard Habermehl)

 

K wie Kräuter

Die meisten Menschen haben eine ziemlich klare Vorstellung davon was für sie Kräuter sind. Für die einen handelt es sich um eine Pflanze, die als Gewürz genutzt wird, für andere sind es eher Heilpflanzen und einige sehen es als unerwünschte Pflanze im Garten, also als Unkraut. In unserem Fall geht es heute um Kräuter, die positive Eigenschaften besitzen.
Botanisch gesehen lässt sich keine klare Einteilung von Kräutern machen. Hier gilt das Kraut als oberirdischen Teile einer Pflanze, also Blüten, Blätter und Stängel als Ganzes und es wird kein Verwendungszweck damit verbunden. Am ehesten kategorisieren lässt sich der Begriff Heilkräuter. Also Pflanzen, die durch ihre Inhaltsstoffe einen positiven Effekt auf den Körper haben. Sie gelten als der Grundstein moderner Medikamente und werden schon seit langem verwendet.

Pro Heilkräuter
Es gibt einige altbekannte Kräuter, die vor allem beim Menschen regelmäßig verwendet werden. Aufzeichnungen von der Verwendung von Heilkräutern soll es schon im ägyptischen Reich gegeben haben. Wenn das Leiden nicht zu schlimm ist wird deswegen gerne auf natürliche Mittel zurückgegriffen, bevor man es mit starken Medikamenten probiert. Ein Beispiel ist Weißdorn, der einen positiven Effekt auf das Herz erzielt und damit auch den Kreislauf. Auch bei Tieren ist dieser Effekt beschrieben und einige zählen Extrakte aus dieser Pflanze zu ihrer Notfallapotheke. Ein Weiterer bekannter Vertreter ist die Weidenrinde, die dank der enthaltenen Salicylsäure entzündungshemmend, schmerzlindernd und fiebersenkend wirkt. Diese natürlich enthaltene Substanz kann wie, die in der Humanmedizin sehr weit verbreitete Acetylsalicylsäure (Bestandteil des Aspirins), wirken. Es gibt also eine schier unendliche Auswahl an Pflanzen, die zur Linderung von Problemen verwendet werden können.

Kontra Heilkräuter
Nicht alles, was dem Menschen guttut, ist auch für das Pferd geeignet. Bestimmte Kräuter oder Pflanzen sind sogar eher negativ für sie (Bsp. Knoblauch). Außerdem sollte man bedenken: Für eine manifeste Erkrankung kann eine „Therapie“ mit Heilkräutern alleine nicht sinnvoll sein, nur unterstützend. Einerseits sind die Wirkstoffgehalte in Kräutern deutlich geringer, als beispielsweise in Extrakten oder Medikamenten. Andererseits beinhaltet eine Pflanze nicht nur einen Stoff, sondern eine Vielzahl an verschiedenen. So ist Teufelskralle gut für die Durchblutung, aber sie fördert auch Wehentätigkeit und ist für tragende Tiere tabu. Manchma sind hier Medikamente sinnvoller, da sie nur den hilfreichen, gereinigten Pflanzeninhaltsstoff ohne zusätzliche Komponenten der Pflanze enthalten. Manchmal kann eine zu große Menge mitunter auch den gegenteiligen Effekt haben. Zu guter Letzt gilt zu bedenken: kann mit Sicherheit botanisch unterschieden werden, ob es sich wirklich um die Pflanze handelt, die verwendet werden möchte?

Was es beim Einsatz von Heilkräutern zu beachten gibt
+ Weniger ist mehr. Bei zu vielen Kräutern auf einmal kann man keinen positiven Effekt erwarten. Die vielen Stoffe harmonieren mitunter untereinander nicht und der Körper ist überfordert.
+ Kuren von 6-8 Wochen sind empfehlenswert. Bei vielen pflanzlichen Inhaltsstoffen tritt nach einiger Zeit ein Gewöhnungseffekt im Körper auf und die Wirkung verliert sich. Nach angemessenen Pausen kann die Kur wiederholt werden.
+Finger weg von Pflanzen die nicht 100%ig identifiziert werden können. Es gibt viele Vertreter, wo Heilpflanze und Giftpflanze zum verwechseln ähnlich schauen. Beispiel Maiglöckchen und Bärlauch.
+ Heilkräuter können eine wahre Bereicherung sein. Handelt es sich aber um eine schwerwiegende Krankheit führt kein Weg am Tierarzt und entsprechenden Medikamenten vorbei. Trotzdem kann in Absprache mit dem Tierarzt eine pflanzliche Begleittherapie stattfinden.

 

L wie Luzerne 

Im frischen Zustand könnte man es schon mal mit Klee verwechseln und getrocknet riecht sie würzig, aromatisch nach frischem Brot. Die Rede ist von Luzerne oder auch Alfalfa.
Ursprünglich aus Südwestasien ist die zu den Leguminosen zählende Luzerne in der Pferdefütterung sehr bekannt. Die mehrjährige Pflanze hat dreiteilige Blätter und kleine Blüten in Traubenform, die gelblich, bläulich oder violett gefärbt sind. Sie zeichnet sich durch ihr wertvolles Eiweiß, den besonders hohen Anteil an essentiellen Aminosäuren, ß-Carotin und hochverfügbares Kalzium aus. Luzerne liefert zudem einen hohen Rohfaseranteil, ist Stärke und Zuckerarm und ist somit sehr schonend für den gesamten Magen-Darm-Trakt. Aufgrund dieser Eigenschaften wird sie auch gerne als „Königin der Futterpflanzen“ bezeichnet

Bereits seit dem Altertum wir Luzerne in der Pferdefütterung verwendet, manchmal als Frischfutter, weitaus öfter aber in getrockneter Form als Luzernenheu, oder Luzernencobs. Sie ist damit die älteste ausschließlich zur Futtergewinnung angebaute Kulturpflanze. Durch ihre wertvollen Inhaltsstoffe eignet sie sich beispielsweise gut um die Ration mit essentiellen Aminosäuren anzureichern. Wie schon im Beitrag zu Aminosäuren erklärt ist dies generell, aber vor allem für Pferde im Aufbautraining wichtig. Auch bei Pferden die viel Hafer bekommen eignet sich eine Zulage von Luzerne, da Hafer viel Phosphor und Luzerne viel Kalzium enthält. Beides zusammen gleicht sich etwas aus. Auch in Punkto Rohfaser ist Luzerne gut dabei und hat etwa nur 1/3 weniger als Heu.

Luzerne kann als Heuersatz dienen, oder auch als zusätzliche Proteinquelle die Ration aufbessern. Sie wird sehr gerne gefressen und dient bei empfindlichen Pferden auch als Krippenfutterersatz (Bsp Getreideempfindlichkeit). Sie ist sowohl als Heu, pure Luzernefaser, als auch in Form von Cobs erhältlich. Zusätzlich kann es , wenn es unter das Krippenfutter gemischt wird, dazu führen, dass Pferde langsamer fressen, mehr kauen und dadurch den Magen entlasten.
Bei der Fütterung sollte aber beachtet werden: Luzerne bringt viel Kalzium und Eisen in die Ration, achten Sie deshalb auf jeden Fall bei Futtermengen von über einem kg pro Tag auf einen ausreichenden Ausgleich mit Spurenelementen (Zink, Kupfer, Mangan, Selen) und Mineralstoffen (Phosphor). Hierfür eignen sich keine Mineralfuttermittel mit hohem Calciumgehalt und hohen Mengen an Eisen, da es ansonsten zu Ungleichgewichten und Antagonismus kommen kann.

Auch bei uns im Sortiment findet ihr Luzerneprodukte.

 

M wie Mengenelemente


Kalzium, Phosphor, Magnesium, Natrium, Kalium und Chlorid. Was haben diese Elemente gemein? Sie gehören alle zu den sogenannten Mengenelementen. Warum sie so heißen, wofür sie im Körper sind und wo sie vorkommen: Das alles ist unser heutiges Thema.
Mengenelemente sind, wie der Name schon sagt, Elemente, die der Körper in größeren Mengen benötigt. Diese Elemente zählen auch zu den essentiellen Nährstoffen, die der Körper tagtäglich benötigt um zu funktionieren. Anders als zB bei Vitaminen, oder Proteinen kann ein Element vom Körper oder einer Pflanzen nicht gebildet werden. Elemente sind die Grundbausteine aus welchen Produkte wie Vitamine überhaupt erst entstehen können. Daraus folgt, dass Elemente nicht „zerstört“ werden können. Enthält Getreide beispielsweise eine gewisse Menge Phosphor und man verbrennt alles bis nur noch Asche da ist, so befindet sich in der Asche gleich viel Phosphor wie davor.
Auch für Pflanzen gilt: Der Gehalt an Mengenelementen kann nur dem entsprechen, was sie aus dem Boden aufnehmen können, nicht was sie selber generieren. Sehen wir uns jetzt kurz die einzelnen Mengenelemente an

Kalzium
Die Aufgaben sind sehr vielfältig. Um nur einige wichtige zu nennen: Mineralisierung von Skelett, Enzymaktivierung, Blutgerinnung, Permeabilität (Durchlässigkeit) von Zellen und Signaltransduktion (zB. Muskelkontraktion, oder Erregung von neuronalen Zellen). Rund 98% des Kalziums befindet sich in den Knochen, dem einzigen Speicher im Körper. Der Rest zirkuliert vor allem im Blut. Dieses „freie“ Kalzium spielt eine wichtige Rolle, so wichtig, dass der Pegel im Blut sehr streng kontrolliert wird. Besteht die Gefahr geringer Abweichungen greifen sofort mehrere Regelmechanismen und eigene Hormone, wie das Parathormon aus der Nebenschilddrüse ein und verhindern es. Kommt es dennoch einmal zu einer Schwankung hat dies sofort schwerwiegende Folgen, wie zB das Milchfieber bei Rindern.


Phosphor
Auch hier befinden sich ca. 80% im Knochen, der Rest zirkuliert im Körper. Ähnlich dem Kalzium ist auch Phosphor entscheidend für den Körper. Aufgaben sind u.a. die Aktivierung von Substraten, der zelluläre Energiestoffwechsel, es ist Bestandteil von Nukleinsäuren und vielen Proteinen. Hier wird nicht so stark reguliert, der Wert im Blut kann unter Umständen stärker schwanken. Mängel führen hier zu Skelettveränderungen und Wachstumsstörungen. Überschuss ist vor allem für ältere Tiere und Nierenpatienten äußerst negativ. Speziell beim Pferd gibt es die sogenannte "Kleiekrankheit", bei der Enterolithen, also Steine im Darm entstehen (wenn zusätzlich zu viel Magnesium aufgenomen wird)


Magnesium
Es kommt in etwa zu 50% im Knochen und im Weichteilgewebe vor. Es ist Bestandteil zahlreicher Enzyme und damit im Stoffwechsel von Kohlehydraten, Fetten und Eiweißen unentbehrlich. Ein Mangel führt zu Bewegungsstörungen und Muskelschwäche, im Extremfall zu tonisch-klonischen Krämpfen. Zu viel Magnesium verursacht Durchfall und fördert Harnsteinen(wenn gleichzeitig Protein und Phosphor auch zu viel sind)
Natrium und Chlorid, auch bekannt als Salz
Beide sind vorwiegend extrazellulär also „frei“ im Körper vorhanden, vor allem im Blut. Zusätzlich ist Natrium auch im Knochen und Chlorid vor allem in der Haut und Magen(Magensäure) vertreten. Beide sind maßgeblich am Wasserhaushalt des Körpers beteiligt. Außerdem dienen sie dem Erhalt des Säure-Basen-Gelichgewichts und der neuro-muskulären Erregbarkeit. Ein lang anhaltender Mangel an Natrium führt allgemein zur Austrocknung des Körpers und verringertem Blutvolumen. Herz und Atemfrequenz steigen, die Tiere zeigen Lecksucht. Ein Überschuss wird in tierartlich unterschiedlichen Mengen toleriert. Bei zu viel kommt es zur Salzvergiftung mit Gehirnödemen, Krämpfen und Durchfall. Hier gilt: Salz zusätzlich zum Mineralfutter geben als obsolet, sofern das Mineralfutter gut abgestimmt ist.


Kalium
Es wird, allerdings nur schlecht, in Leber und Muskulatur gespeichert, der größere Teil liegt hier intrazellulär, also in Zellen vor. Kalium ist wichtig für die Aktivität vieler Enzyme und es reguliert den Druck in Zellen. Bei einem Mangel kommt es zu tiefgreifenden Störungen wie Blutdruckabfall, Abnahme der Nierendurchblutung und paralyseartigen Erscheinungen bei Jungtieren.
Bedarf an Mengenelementen
In der jetzigen Zeit ist es dank ausgewogener Mineralfuttermittel selten, dass wirklich gravierende Mängel oder Überversorgungen auftreten. Gute kommerzielle Futter decken den Bedarf ausreichend und sind auch so zusammengesetzt, dass die Verhältnisse der Elemente zueinander stimmen. Ein Beispiel, welches zu Problemen und Erkrankungen führen kann sind unausgewogene selber zusammengestellte Rationen, oder Abusus von Nährstoffpräparaten. Wildes Kombinieren verschiedenster Einzel- und Mineralfuttermittel ist zu vermeiden. Bei Mengenelementen gilt, sowohl zu viel, als auch zu wenig hat einen negativen Effekt auf den Körper. Eine passende Zusammenstellung aus einzelnen Futterkomponenten ist zwingend nötig, Mineralstoffergänzung bei Fütterung von Gras und/oder Heu/Stroh und/oder Getreide auf jeden Fall sinnvoll. Dies gilt nicht, wenn eine ausreichende Menge an vitaminisiertem und mineralisierten Kraftfutter gegeben wird.


Fazit:
Mengenelemente kommen in so gut wie jedem Futter- und Lebensmittel vor. Eine ausgewogen Zusammenstellung aller Nährstoffe ist für einen gesunden Organismus nötig. Wer Hilfe bei der Wahl seines Futters, oder Fragen zu der passenden Kombination hat kann sich direkt an uns wenden! Wir helfen gerne weiter.


N wie Nährstoffe

Wie viel wovon braucht der Körper, um gesund zu bleiben und zu funktionieren? Wann bekommt mein Tier genug? Alle diese Fragen sind im Nährstoffbedarf eines jeden Tieres enthalten.
Der Nährstoffbedarf gibt an, was ein Tier täglich an Nährstoffen wie Vitaminen, Spuren- und Mengenelementen zu sich nehmen muss, um den Körper gesund und leistungsfähig zu halten. Hierfür gibt es für jeden einzelnen Nährstoff eine Spannbreite, die als okay gilt. Diese momentan geltenden Werte sind damals größtenteils im Tierversuch ermittelt worden, teilweise wurden sie rechnerisch erfasst. Dabei sollte gezeigt werden, ab wann etwas zu wenig, oder zu viel ist. Durch diese Versuche konnten Ober- und Untergrenzen festgelegt werden, welche es nicht zu über- oder unterschreiten gilt. Aufbauend auf diese Fakten gestaltet sich die Kalkulation der individuellen Nährstoffbedürfnisse für jedes Tier.


Jedes Tier hat genau genommen einen anderen täglichen Nährstoffbedarf. Denn der Nettobedarf setzt sich aus mehreren einzelnen Werten zusammen. Alle Werte müssen zusammen gerechnet betrachtet werden, um auf den wirklichen Bedarf zu kommen.
Grundumsatz + Erhaltungsbedarf (+ Leistungsbedarf) = Nettonährstoffbedarf pro Tag
Der Grundumsatz oder Grundbedarf, das ist jene Energie und jener Bedarf an Nährstoffen, die der Körper unweigerlich braucht, selbst ohne sich zu bewegen, anzustrengen oder sonstiger Arbeit. Die verschiedenen Organe im Körper brauchen ohne Pause Energie oder Nährstoffe, die ständig verbraucht und damit wieder nachgefüllt werden müssen.
Als nächsten Wert gibt es den Erhaltungsbedarf. Dieser Wert berücksichtigt schon Leistung im Sinne von Bewegung um Futter aufzusuchen und zu Fressen. Jede normale Bewegung während des Tages wird hier miteinbezogen.
Als dritten und letzten Wert gibt es den Leistungsbedarf. Hier wird wirkliche Arbeit bzw. Leistung berücksichtigt, wie es bei einer tragenden/laktierenden Stute, einem Sportpferd, oder bei Jungpferden im Wachstum der Fall ist.


In der Tiermedizin bzw der speziellen Tierernährung wird bei Bedarf für jedes Tier oder eine Tiergruppe die sich sehr ähnlich ist exakt berechnet, wie viel wovon täglich nötig ist. Futtermittelhersteller bedienen sich der Selben werte, müssen aber zb bei Müslis oder Mineralfutter auf Durchschnittswerte zurückgreifen. Deshalb sollte auch immer bedacht werden, dass man als Besitzer selber sein Tier einschätzt. Habe ich ein normales Freizeitpferd, das zwar täglich aber nicht hochgradig beansprucht wird, oder eher ein richtiges Arbeitspferd, das viel Leistung verrichten muss(Bsp Holzrücken)? Vollbringt mein Tier wirklich Leistung? Ist es ein Jungpferd im Wachstum? All das spielt bei der täglichen Fütterungsmenge bzw der Auswahl des Futters und damit der Aufnahme an Nährstoffen eine Rolle.


Dem Umstand dieser verschiedensten Bedürfnisse an Nährstoffen ist es geschuldet, dass es spezielle Futtervarianten gibt. Als Beispiel: Ein Jungpferd braucht immer mehr Nährstoffe als ein erwachsenes Pferd. Ein Freizeitpferd braucht sicherlich weniger als ein richitges Distanzpferd, welches im Training steht.
Exkurs was leichte bis schwere Arbeit beim Pferd bedeutet:
"Leichte Arbeit : Vorbereitungstraining für Turniersport, täglich eine Stunde mit mind. 20 min. Trab und mind. 15-20 min Gallopp, auch ein dreistunden Ausritt zählt zur leichten Arbeit.
Dressur-, Spring-, Distanz- oder Fahrtraining, Pferd ist geschwitzt.
Weidehaltung mit täglich einer Stunde Arbeit, Pferd schwitzt
Mittlere Arbeit : Wettkampfbelastung (z.B. Springen, Dressur oder Distanzritte) mit täglichem Intensivtraining plus mehrmals
wöchentliche Ausritte oder tägliche Ausritte von drei Stunden mit 30 Min. Galopp und 1-2 Std. Trab
Schwere Arbeit : tägliche Arbeit von mehr als vier Stunden z.B. Planwagentouren in hügeligem Gelände oder ganztägige Forst- und Landwirtschaftsarbeit, Wanderritte von täglich sechs bis acht Stunden." (Zitat "Was der Stallmeister noch wusste" 3 Nov. 2013)


Fazit:
Gute Alleinfuttermittel wie Müslis müssen so zusammengesetzt sein, dass bei der angegebenen Fütterungsmenge jeder Nährstoff in ausreichender Menge aufgenommen wird. Meistens ist hier sogar eine Sicherheitsspanne dabei. Wird weniger als die empfohlene Tagesmenge gefüttert (da die wenigsten Pferde so große Kraftfuttermengen benötigen), sollte ein Mineralfutter ergänzt werden.
Bei reiner Kraftfuttergabe wie Hafer plus Heu empfiehlt sich immer die Vervolltändigung mit einem passenden Mineralstofffutter.
Hier finden Sie das passende Mineralfutter: https://www.atcomhorse.de/online-shop/atcom-vital-produkte

 

 O wie Öl

Warum Öl und nicht Fett? Was man erwarten kann und worauf es ankommt.
Sowohl Fette als auch Öle gehören zur chemischen Gruppe der Lipide. Der Unterschied zwischen Öl und Fett ist, dass Öl bei Raumtemperatur flüssig, Fett dagegen fest ist. Fette und Öle sind wichtig für den Körper. Sie übernehmen zahlreiche Aufgaben wie das Liefern von hochverfügbarer Energie (doppelt so viel wie Kohlehydrate, oder Eiweiße), sie sind Lösungsmittel für fettlösliche Stoffe (Bsp. fettlösliche Vitamine), sie dienen als Schutzpolster für innere Organe und das Nervensystem (Bsp Nierenfettkapsel), sie sind ein Isolator gegen Kälte und ein wichtiger Bestandteil von Zellmembranen. Die meisten Öle werden aus fettreichen Samen und Körnern gewonnen. Die bekanntesten hier sind das Leinöl, Sonnenblumenöl und Rapsöl. Generell gibt es eine Unmenge an verschiedensten Ölen mit unterschiedlichen Einsatzgebieten von rein diätetischer Nutzung, über Entzündungshemmung bis zur äußerlichen Anwendung bei Hautproblemen.

Ölgewinnung
Kaltpressung: Bei der Herstellung von Ölen gibt es verschiedene Möglichkeiten. Durch „natürliches“ Kaltpressverfahren gewonnene Öle , auch native Öle genannt, dürfen lediglich gefiltert und ggf. gewaschen werden. Hierbei wird nur eine relativ geringe Ausbeute erzielt. Allerdings erhält man dafür qualitativ hochwertige Öle, das jeweilige Öl behält sein spezifisches Aroma und sekundäre Inhaltsstoffe.

Warmpressung: Bei der Warmpressung geht auch eine Kaltpressung voraus und sie ergibt einen größeren Ertrag, aber dunkleres Öl. Hier sorgen hohe Temperaturen in Kombination mit hohem Pressdruck für eine Ausbeute von bis zu 85%. Dabei entstehen chemische Verbindungen im Öl, die zum Teil ungenießbar sind. Das so gewonnene Öl wird deshalb in einem weiteren Verarbeitungsschritt gereinigt.
Extraktionsverfahren

Als dritte Möglichkeit gibt es das Extraktionsverfahren. Das Pflanzenöl wird aus dem Zellverband mittels eines Lösungsmittels, meist technisches n-Hexan, herausgelöst. Anschließend klärt man die Öle. Die Ölgewinnung mittels Extraktion ist heute die häufigste Art um Pflanzenöle zu gewinnen und bringt die höchste Ausbeute. Hierbei gehen allerdings der typische Geschmack und das Aroma verloren.

Worauf kommt es bei Ölen an?
Öle haben die ungute Eigenschaft relativ schnell zu verderben. Sie werden ranzig und bilden Radikale. Deswegen gilt für jedes Öl, möglichst schnell verbrauchen und immer kühl und dunkel lagern. Die Fütterungsmenge muss klar definiert sein, denn Öl ist sehr energiedicht. Selbst das gesündeste Öl ist ungesund und macht Übergewicht oder Fettdurchfall, wenn man zu viel davon gibt. Zusätzlich muss sich der Körper an eine gesteigerte Menge erst gewöhnen können, also immer langsam anfangen und langsam steigern. Tiere mit Problemen der Bauchspeicheldrüse dürfen nicht übermäsig fettreich ernährt werden. Hier verichtet man auf zusätzliches Öl. Zu beachten gilt auch, bei gewissen Ölen wie zB Nachtkerzen- oder Schwarzkümmelöl gibt es klare Mengenangaben, da zu viel negative Auswirkungen haben kann.
Omega 3 und 6 Fettsäuren im richtigen Verhältnis sind sehr gefragt. Wie bereits im Beitrag zu essentiellen Fettsäuren erwähnt eignet sich zum Füttern vor allem Lein-, Soja- und Rapsöl. Diese haben das meiste Omega 3 und gleichzeitig das beste Verhältnis von Omega 3 zu 6.

Fazit: Mit dem richtigen Öl kann man seinem Tier etwas wirklich Gutes tun. Man darf nicht vergessen, viel Öl bedeutet viel Energie/Kalorien. Achte deswegen immer auf die tatsächlich nötige Menge, die dein Tier braucht.

 

P wie Pflanzeninhaltsstoffe

Pferde sind Pflanzenfresser, das ist nichts Neues. Neu ist aber die immer größer werdende Beliebtheit der Zufütterung spezieller Kräuter und Pflanzen, denen positive Eigenschaften nachgesagt werden.

Viele modernen Medikamente entwickelten sich im Laufe der Zeit aus der uralten Naturmedizin. Heute hoch wirksame arzneilichen Stoffe wurden zuerst in Pflanzen und Pilzen entdeckt und später immer besser aufgereinigt, potenziert oder chemisch hergestellt. So wurde Antibiotika mehr oder weniger durch Zufall in Schimmelpilzen entdeck. Die anregende Wirkung auf das sympathische Nervensystem der Tollkirsche mit ihrem enthaltenen Atropin ist durch eitle Frauen in der Antike bekannt, die durch sie große schöne Pupillen bekamen. Der Sprung von der Pflanze zur Pille ist den Umständen geschuldet, dass man immer ausreichend Vorrat braucht, dieser standardisiert in der Stärke sein muss und man will mögliche Nebenwirkungen durch andere Pflanzeninhaltsstoffe verhindern.

Heute werden pflanzliche Helfer gerne bei Mensch und immer mehr bei Tier eingesetzt. Dabei sollen sie Krankheiten vorbeugen, wohltuend sein und bei vielen Problemen Linderung verschaffen. Frei nach dem Motto gegen jede Krankheit ist ein Kraut gewachsen. Auch besteht der Wunsch der Menschen wieder etwas weiter zur Natur zurückzukehren.

Wurde früher einfach die Pflanze in ihrer reinen Form verwendet gibt es heute auch oft die Möglichkeit fertige Extrakte, Auszüge, oder Mischungen zu verwenden. Auch die Darreichungsformen sind vielfältig geworden. Das erweitert das Spektrum an Möglichkeiten beachtlich.

Warum Pflanzen verwenden? Standard Medikamente sind sehr wirkungsvoll. Mit ihrer Stärke haben sie aber teils auch starke Nebenwirkungen. Das ist bei Pflanzen weniger der Fall. Hier sind die wirksamen Pflanzeninhaltsstoffe in geringeren Dosen vorhanden, dadurch sind auch Nebenwirkungen geringer. Teilweise kommt es auch vor, dass andere Inhaltsstoffe der eingesetzten Pflanze in Kombination mit dem gewünschten Pflanzeninhaltsstoff eine sanftere Wirkung erzielen, bzw mehrere positive Eigenschaften besitzen. So kann Teufelskralle sowohl entzündungshemmend, als auch schmerzlindernd gleichzeitig wirken. Der Ackerschachtelhalm wirkt harntreibend und fördert die Wundheilung. Andererseits gibt es auch andere Pflanzeninhaltsstoffe, die unerwünscht sind. Einer der Gründe warum Wirksame Stoffe extrahiert und gereinigt, oder sofort chemisch hergestellt werden, bevor man sie zu sich nehmen kann.

Die richtigen Pflanzen, gezielt eingesetzt, können wahre Wunder wirken. Sie können lindern, unterstützen, oder einfach Wohlbefinden herbeiführen. Man darf aber nicht vergessen, dass sie nicht ein Allheilmittel darstellen. Ausgeprägte Krankheiten oder Probleme bedürfen trotzdem immer einer Evaluation durch Tierärzte und entsprechender Therapie. Diese kann dann mit pflanzlichen Präparten durchaus gut unterstützt werden.
Ein weiterer Kritikpunkt ist das einwandfreie Erkennen der Pflanzen. Wer sich nicht sicher ist, ob beispielsweise Ackerschachtelhalm oder giftiger Sumpfschachtelhalm gesammelt wurde, der sollte die Finger vom eigenständigen Sammeln lassen. Auch in der Dosierung sollte man sich immer an fachkundige Personen oder den Hersteller wenden.

Gerne helfen wir bei Fragen weiter. Zusätzlich bieten wir ein umfangreiches Sortiment ausgewählter Einzelkräuter, Kräutermischungen und natürlicher Futtermittel bei unserer Partnerfirma LEXA. Hier gehts zum Kräutersortiment vom LEXA Pferdefutter: https://www.lexa-pferdefutter.de/online-shop/pro-natur

 

Q wie Qualität

Jeder hat gerne die beste Qualität, die man bekommen kann. Qualität lässt sich in vielen Aspekten wiederfinden. Von der Unternehmens-, Service-, Produkt-, bis zur Futtermittelqualität. Letztere wollen wir genauer betrachten, denn dahinter verbirgt sich gleich mehreres.

 

Futtermittelqualität
Die Futtermittelqualität ist in der heutigen Zeit ausschlaggebend. Der Markt ist voll mit Anbietern, die das selbe oder ähnliches Futter anbieten. Unterschiede gibt es meistens nur noch im Preis und/oder der Qualität. Hierbei gilt zu unterscheiden: Es gibt eine hygienische Qualität und eine physikalische Qualität.

 

Die hygienische Qualität beschreibt, ob das Futter mit Keimen belastet ist und wenn ja wie stark, mit welchen und was ist der Orientierungswert zum jeweiligen Keim. Die drei großen zu untersuchenden Gruppen sind aerobe, mesophile Bakterien, Schimmel- und Schwärzepilze und Hefen. Hierbei gibt es 1-7 Untergruppen, teilweise produkttypische, oder verderbsanzeigende. Werden nun eine, oder mehrere dieser Keimgruppen mikrobiologisch nachgewiesen so überprüft man ob diese unter oder über dem Referenzwert liegen und unterteilt das Futtermittel in Qualitätsstufen von 1 („üblich“) bis 4 („Unverdorbenheit fraglich“ bzw. „m. o. w. Verderb“). Die hygienische Qualität gibt also an, ob ein Futter evtl. verdorben und damit ungenießbar, oder sogar potentiell gefährlich ist (Bsp. Schimmelpilztoxine).

 

Die physikalische Qualität gibt an, wie „gut“ ein Futtermittel ist. Damit ist der eigentliche Futterwert gemeint. Dieser setzt sich zusammen aus Energie-, Nährstoffgehalt und Akzeptanz. Dazu wird das Futter sowohl chemisch als auch sensorisch geprüft. Zur sensorischen Prüfung gehören hierbei die Parameter Griff, Geruch, Geschmack, makroskopisches Aussehen (Struktur/Form, Farbe, Verunreinigungen), mikroskopisches Aussehen (grobe Partikel über 1 mm und feine Partikel unter 1 mm). Diese erste sensorische Prüfung gibt Anhaltspunkte auf weiterführende, d.h. gezielte Analysen (zB Verdacht auf nicht deklarierte Inhaltsstoffe).
Diese Qualitätsprüfungen werden abhängig von der Futterart bei Bedarf/Verdacht, oder bei regelmäßig vorgeschriebenen Kontrollen durchgeführt. Manche Futtermittel müssen noch mehr Kriterien erfüllen oder spezielle Test bestehen.

 

Qualitativ hochwertiges Futter
Wenn also jemand bei Futter von guter Qualität spricht sollte eigentlich beides, der Futterwert als auch die hygienische Qualität einwandfrei sein. Da dies mitunter mit mehr Aufwand verbunden sein kann (spezielle Herstellungs-, Haltbarmachungsverfahren oder Anbaugebiete) darf hier der Preis der Qualität entsprechend auch höher liegen, wenn es denn wirklich bessere Qualität ist.

 

Unser Qualitätsversprechen bei ATCOM
Unser Bestreben ist es stets das beste Produkt bereitzustellen und entscheiden uns bewusst für qualitativ hochwertigere Ausgangsstoffe. Als Beispiel verwenden wir unter anderem organisch gebundene Mineralien, da diese deutlich besser verwertbar sind. Unsere Fütterungsberater schulen sich laufend hinsichtlich der neuesten Studien, die Produkte werden kontinuierlich weiterentwickelt und getestet und wir arbeiten sehr eng mit Universitäten, Tierkliniken, Tierärzten, Hufschmieden und Ernährungsberatern zusammen. Durch unsere Partnerschaft mit LEXA Pferdefutter sind wir einer der wenigen Hersteller in Deutschland, der ISO zertifiziert ist.

 

R wie Rohfett, Rohfaser etc.


Wer schon einmal genauer auf die angegebenen Deklarationen bei Tierfutter geachtet hat, dem sind die Begriffe Rohprotein, -fett, -asche, -faser sicherlich bekannt. Diese sind obligatorisch auf jeder Verpackung angegeben. Was diese genau bedeuten und wie sie sich zusammensetzen erklären wir heute.

Diese fünf Werte sind ein gesetzlich vorgeschriebener Bestandteil der Deklaration auf Tierfutter. Sie geben die durch ein standardisiertes Verfahren erhaltenen prozentualen Anteile eines Futters wieder.
Diese weltweit verwendete Weender-Analyse (seit 1864) soll den Wert von Futtermitteln charakterisieren. Diese Methode wird unter anderen auch bei Stiftung Warentest zur Bewertung von Futtermittelproben herangezogen. Das Prinzip beruht auf schrittweiser Auftrennung des Futters in seine Bestandteile nach strikt vorgegebener Reihenfolge und Vorgehensweise.

 

Zu aller erst wird das Rohwasser bestimmt
Dieser Begriff umfasst sämtliche bei 103°C flüchtigen Bestandteile des Futters. Dazu zählen: Wasser, flüchtige Fettsäuren wie Essig-, oder Buttersäure, und andere flüchtige Stoffe wie ätherische Öle oder Alkohol. Zieht man das Rohwasser von der ursprünglichen Substanz, also dem Futter, ab so erhält man die Trockensubstanz(TS) des Futters (hiermit werden i.d.R. Rationsberechnungen durchgeführt). Die Trockensubstanz erhält man durch vierstündiges Trocknen des Futters bei 103°C. Die Probe wird davor und danach gewogen, so weiß man wie viel Feuchtigkeit im ursprünglichen Futter enthalten ist.

 

Im zweiten Schritt wird die Rohasche (Ra) bestimmt
Hinter diesem Begriff verstecken sich alle anorganischen Substanzen eines Futters. Das sind sowohl Mineralien wie Mengen- und Spurenelemente, als auch sonstige anorganische Bestandteile wie zB Silikate. Die Rohasche erhält man, indem die Trockensubstanz eines Futters im Muffelofen für sechs Stunden bei 550°C verascht wird. Um die wertvollen Mineralien von unerwünschten anderen anorganischen Bestandteilen unterscheiden zu können wird die Rohasche mit Salzsäure(HCL) versetzt. Mineralien lösen sich in dieser. Übrig bleiben in Salzsäure unlösliche Stoffe wie Silikate. Die erwünschte Reinasche setzt sich aus der Rohasche minus den unlöslichen anorganischen Bestandteilen zusammen. Bei Rohasche kommt es oft zu Missverständnissen, wird doch oft bemängelt, dass ein Futter mit einem hohen Rohaschegehalt schlecht ist, da es viel Dreck enthält. Dies ist bei Futtermitteln, wie Heu, Heucobs, Luzerne etc. richtig, da dann davon ausgegangen werden kann, dass viel Erde und Sand enthalten ist. Bei Mineralfuttermitteln oder Ergänzern, mit einem hohen Anteil anorganischer Substanz ist ein hoher Rohaschegehalt jedoch gewünscht bzw. unumgänglich. Wie oben erwähnt, zählen zur Rohasche auch Mineralien und Spurenelemente. Somit kann ein Mineralfutter nie einen niedrigen Rohaschegehalt haben und darf futtermittelrechtlich auch erst ab einem Rohaschegehalt von 40% als solches deklariert werden.

 

Das Rohfett (Rfe) ist der dritte Wert
Hierbei handelt es sich um eine einheitliche Gruppe von Stoffen, die sich in Petroläther (Siedepunkt 40- 60°C) lösen. Dazu zählen eigentliche Fette, aber auch Lipoide (zB Carotinoide, Phospholipide) und andere ätherlösliche Stoffe. Diese Werte bekommt man nach anfänglichem Säureaufschluss und anschließendem Extrahieren des Futtermittels mit Petroläther im sogenannten Soxhletapparat.

 

Das bekannte Rohprotein (Rp)
Rohprotein beschreibt die Stickstoff/(N)-haltigen Verbindungen im Futter. Dazu zählt Protein an sich aber auch N-Verbindungen nichteiweißartiger Natur. Dazu zählen freie Aminosäuren, aber auch Ammoniumsalze, Alkaloide etc. Ein hoher Rohproteingehalt spricht also nicht unweigerlich für einen hohen Proteingehalt. Bestimmt wird hier mit dem Kjeldahlverfahren, also einer Oxidation des Futtermittels mit konzentrierter Schwefelsäure und anschließender Überführung des Stickstoffs (N) in die Ammoniumform. Nach Zugabe von NaOH(Natriumhydroxid) wird Ammoniak freigegeben, in vorgelegter Säure(Schwefel-, oder Borsäure) überdestilliert und titrimetrisch, also chemisch-analytisch erfasst.

 

Die Rohfaser (Rfa)
Bei Rohfaser handelt es sich um den unlöslichen, fett- und aschefreien Rückstand in verdünnten Säuren und Laugen. Sie enthält nur unlösliche Anteile von Zellulose, Hemizellulose, aber auch Lignin und andere Zellwandstoffe. Hierzu wird das Futter in 1,25% Schwefelsäure 30 Minuten gekocht, dann mit heißem Wasser gewaschen. Anschließend 30 Minuten kochen in 1,25% Kalilauge und waschen mit heißem Wasser und Aceton. Die Substanz trocknet und wiegt man, um sie dann noch zu veraschen . Diese Asche wird vom Gewicht der getrockneten Substanz abgezogen um die Rohfaser zu erhalten.

 

Zu allerletzt: N-freie Extraktstoffe (NfE)
Diese Gruppe kann nur rein rechnerisch erfasst werden. Sie enthält Polysaccharide (Stärke, Glykogen), Zucker (einfach und mehrfach) sowie lösliche Teile von Zellulose, Hemizellulose, Lignin und Pektine.

Fazit
Wie sich erkennen lässt, sind trotz dieser aufwendigen Verfahren nur gröbere Bestimmungen möglich, warum es auch weitere noch neuere und genauere Analyseverfahren gibt, die im Anschluss durchgeführt werden können. Nichtsdestotrotz geben die Rohnährstoffe einen wichtigen Überblick über das jeweilige Futtermittel.