PSSM

PSSM, vier Buchstaben die nun schon eine ganze Weile in aller Munde sind. 
Lange Zeit wurden nur Westernrassen oder Kaltblüter in Verbindung mit PSSM gebracht., nämlich dem PSSM2. Dann kam die mittlerweile nicht mehr ganz so neue Variante, das PSSM2, die neuerlich als MIM bezeichnet wird dazu. Diese Variante hält sich nicht an Rassen und ist vom Pony, bis zum Warmblut bei vielen Pferden diagnostiziert. Viele bezeichnen es fast schon als Modediagnose. Aber was steckt nun hinter diesen beiden Erkrankungen und wie unterscheiden sie sich, das wollen wir im Folgenden etwas beleuchten

Was ist der Unterschied zwischen PSSM 1 und PSSM 2/ MIM?

PSSM Typ 1 oder auch Polysaccharid Speicher Myopathie genannt, ist eine schon lange bekannte Stoffwechselerkrankung, die tatsächlich überwiegend bei Westernrassen und Kaltblütern zu finden ist. Bei dieser, vom Geschlecht unabhängig, semidominant vererbten Erkrankung werden Polysaccharide, also Velfachzucker, nicht richtig verstoffwechselt, sondern übermässig in den Typ 2-Muskalfasern, der Muskulatur, die schnell und kraftvoll arbeiten soll, gespeichert werden.
Diese fehlerhafte Speicherung führt dazu, dass die Erregungsweiterleitung im Muskel gestört wird, der Muskel keine Energie mehr hat und es letztendlich zum Zelluntergang, also zum Absterben der Zellen, kommen kann. Dabei entsteht ein extremer Muskelschmerz und Muskelfarbstoff, sogenanntes Myoglobin, wird frei. Die Erkrankung tritt meistens in Schüben auf
Unter dem Begriff PSSM Typ 2 wurden lange Zeit Fälle mit klinisch ausgeprägten PSSM 1 Symptomen, aber negativem Testergebnis, zusammengefasst. Mittlerweile ist bekannt, dass es sich bei dieser Form nicht um eine Speichermyopathie handelt, sondern um verschiedene genetische Varianten, die ebenfalls durch eine erbliche Veranlagung entstehen können, aber auch durch verschiedenste Umwelteinflüsse getriggert werden können, die zu Muskeldefekten mit ähnlichen Symptomen wie PSSM 1 führen. Mittlerweile wurde aufgrund dessen, dass PSSM2 keine Speichermyopati an sich ist, sondern eine Belastungsmyopatie der Name angepasst. Dieser lautet nun MIM (Muskel-Integritäts-Myopathie)
 

Wie erkenne ich PSSM?

Um eine sichere Diagnose zu erhalten ist sowohl für Typ 1 als auch Typ 2 ein Gentest notwendig. Bei einem Pferd mit MIM wird derzeit in sechs genetische Varianten unterschieden ( Px, P2, P3, P4, P8, K1). Ein Pferd mit einem positiven Testbefund kann demnach Träger nur einer oder auch mehrerer Genvarianten zugleich sein.

Häufig beobachtete Symptome bei Typ 1: 

  • Unklare oder Wechselnde Lahmheiten  
  • Verspannungen der Muskulatur 
  • Rötlich bis brauner Urin

Häufig beobachtete Symptome für Typ 2:
  • Schlechte oder sehr ungleiche Bemuskelung 
  • Plötzlicher Gewichtsverlust und Abbau von Muskulatur 
  • Muskeldellen, Muskelzittern
  • Taktunreinheiten, Lahmheiten, Bewegungsunlust
  • Häufig magenempfindlich oder Pseudokoliken
  • Verhaltensstörungen
  • Beim Reiten häufig vermehrtes Schwitzen oder Atemgeräusche

Wie füttere ich mein Pferd mit PSSM?

In den allermeisten Fällen bringt die Diagnose PSSM einiges an Umstellung und Mehraufwand für den Pferdebesitzer mit sich. Da es weder für PSSM 1 noch MIM eine Heilung oder Medikation gibt, sollte die Anstrengung der Futter und Haltungsumstellung dennoch auf sich genommen werden. Ein Pferd mit diesen beiden Krankheiten kann bei richtiger Fütterung, auch ohne Medikation ein ganz normales Leben führen und sogar im hohen Sport laufen.

Warum muss ich auf Zucker und Stärke achten?
Da vor allem bei Typ 1, die Einlagerung von Glykogen im Muskel gestört ist und demnach nicht zusätzlich gefördert werden soll, sollte auf Futtermittel mit hohem glykämischen Index verzichtet werden. Dies bedeutet konkret, dass von stark getreide- und zuckerhaltigen Futtermitteln abgesehen werden sollte. Da auch Grünfuttermittel wie z.B. Heu einen natürlichen Gehalt an Zucker enthalten haben, ist eine absolute Reduktion des Zuckergehaltes schlichtweg unmöglich, und auch ungeeignet! Was nur Wenige wissen: Damit das Gehirn des Pferdes optimal arbeiten kann, ist ein gewisser Zuckergehalt im Futter sogar notwendig. Als Orientierungshilfe, ab wann ein Futter für ein PSSM Pferd ungeeignet ist, kann der durchschnittliche Zuckergehalt von Heu der bei ca. 10 % liegt verwendet werden. Ist dieser Wert in einem Futter überschritten, sucht man besser nach einer Alternative. Zu berücksichtigen dabei ist selbstverständlich der Anteil des Futtermittels zur Tagesration.
Bei MIM Pferden sind ebenfalls einige Dinge zu beachten. Konkret kommt es hier auf die Variante des Trägers an. Prinzipiell sollte die Fütterung aber ebenfalls zucker- und stärkereduziert sein, ohne Luzerne, aber dennoch proteinreich sein. 
Als Krippenfutter eignet sich für beide Varianten unser neues FIBRE BASIC besonders gut. Es ist auf Grünhaferbasis, frei von Getreide und auch Luzerne. Somit eignet es sich für alle MIM Typen. Dennoch ist es sehr proteinreich. Durch seine schmackhafte Formulierung eignet es sich auch hervorragend zum Untermischen anderer Zusätze.

Was ist bei der Wahl des Mineralfutters wichtig?
Auch hier gilt: Je weniger Zucker und Stärke desto besser. Da Muskelverspannungen und ein hoher Muskeltonus zu den häufigsten Symptomen zählen, kann man sein Pferd mit der Zufütterung von muskelunterstützenden Nährstoffen, wie essentielle Aminosäuren, Vitamin E, oder Magnesium, besonders unterstützen. Je nach genetischer Variante bei MIM kommt es zu verschiedenen Störungen im Muskel, die von einer gestörten Muskelstruktur, über oxidativen Zellstress bis zur gestörten Reizweiterleitung zum Muskel reichen. So kommt es je nach Variante zu einem unterschiedlich hohen Bedarf an beispielsweise Antioxidantien, essentiellen Aminosäuren oder Mengenelementen. Unser ATCOM PSSM-VITAL ist durch seine hohen Gehalte an essentiellen Aminosäuren, Magnesium, Vitamin E und Vitamin C sowie Selen sehr gut auf die Unterstützung der Muskulatur abgestimmt. Da es obendrein noch getreide- und melassefrei ist und mit einem Stärke- und Zuckergehalt von unter 1 %, eignet es sich ideal zur Nährstoffbereitstellung für PSSM Pferde.

Was hat es mit Kalzium und PSSM auf sich?
Eine genetische Variation von MIM ist die P(x) Variante. Bei dieser Ausprägung kommt es zu Problemen mit den Calcium-Ionen-Kanälchen, die Signal der Nerven in Muskelkontraktion umwandeln sollen. Hier sollte eine erhöhte Gaben von Kalzium vermieden werden. Dies bedeutet jedoch nicht, dass dem Pferd überhaupt kein Kalzium mehr zugeführt werden darf/sollte. Der tägliche Grundbedarf eines Pferdes muss selbstverständlich trotzdem gedeckt werden, um Mangelerscheinungen zu vermeiden. Von einer über den Bedarf hinaus gehenden Versorgung an Kalzium sollte allerdings abgesehen werden. Da der Gehalt an Kalzium im Raufutter stark schwankend ist, ist es ohne Raufutteranalyse schwierig einzuschätzen inwieweit die Grundzufuhr damit bereits gedeckt wurde. Daher gibt es keine generelle Empfehlung ab wann der Ca-Gehalt eines Futtermittels zu hoch ist. Zudem sollte auch hier wieder der Anteil des Futters an der Gesamtration bemessen werden. Sollten Sie als Pferdebesitzer die Möglichkeit einer konstanten Raufutterquelle haben, kann sich eine Analyse der Nährstoffe durchaus lohnen. Sollte auch Ihr Pferd von der P(x) Variante betroffen sein, oder wissen Sie dies nicht mit Sicherheit, vermeiden Sie Luzerne aufgrund des hohen Calciumgehaltes.

Ergänzungfuttermittel für PSSM Pferde
 Die Grundlage jeder Ration für PSSM Pferde sollte ein hochwertiges Raufutter, ein passendes Krippenfutter, wie unser ATCOM FIBRE BASIC, kombiniert mit einem individuell passenden Mineralfutter, wie z.B. das ATCOM PSSM-VITAL, sein. Im Einzelfall oder auch bei Pferden des Typs 2 mit starker Ausprägung der genetischen Varianten, kann es dennoch sein, dass der Gehalt an muskelunterstützenden Nährstoffen noch nicht ausreicht.
In diesem Fall ist es sinnvoll mit einem geeigneten Ergänzer zuzufüttern. Pferde des Typs p8 profitieren häufig von einer Zufütterung von Antioxidantien, wie Vitamin E oder Selen. Auch hat sich die Zufütterung von Aminosäuren oder Mangan (je Heuqualität) bewährt.
Als umfassende Ergänzung zum PSSM-VITAL und zur zusätzlichen Unterstützung der Muskulatur bietet sich das ATCOM SANABOL an. Das ATCOM SANABOL liefert einen besonders hohen Gehalt der essentiellen Aminosäuren Lysin, Methionin, Threonin und Cystin. Auch dieses Produkt enthält ein Plus der Antioxidantien Vitamin E, Vitamin C und Selen. Hochdosierte B-Vitamine und Hefen sollen die natürliche Verdauungsleistung und Wohlbefinden unterstützen. Lecithin und eine umfangreiche Zugabe an Kräuter runden dieses hochwertige Produkt ab. In Kürze wird zudem unsere überarbeitete Rezeptur ohne jegliche Zugabe von Zucker erhältlich sein.

PSSM Pferd: Darf mein Pferd jetzt noch auf die Weide?

Bedeutet die Diagnose PSSM wirklich das Aus für Weidegang? Bei Pferden des PSSM Typ 1 ist eine Reduktion oder sogar Streichung des Weidegangs stark von Vorteil. Da besonders junges Weidegras hohe Gehalte an Zucker mit sich bringt, fördert dies wiederum die fehlerhafte Einlagerung von Glykogen in der Muskulatur. Sollte eine komplette Vermeidung von Weide nicht möglich, oder nicht gewollt sein, achten Sie darauf Ihr Pferd möglichst auf abgefressene oder überständige Weiden zu stellen. Auch eine zeitliche Begrenzung sollte für diese Pferde gegeben sein.
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